VAN DYCK

Wie wurde Anthonis van Dyck (1599-1641) zu einem der berühmtesten und gefragtesten Porträtmaler seiner Zeit? Das zeigt die Alte Pinakothek in München in der Ausstellung „VAN DYCK“. Erstmals werden dort die Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojektes über die Bildgenese und spezifische Malweise des Künstlers präsentiert. Die Kulturstiftung der Länder fördert die Ausstellung mit 100.000 Euro.

Seit 2015 wurde der umfangreiche Van Dyck-Bestand der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in Kooperation mit dem Doerner Institut wissenschaftlich und gemäldetechnologisch untersucht. Die Ergebnisse der Forschung bilden die Grundlage der Ausstellung und gliedern sie in zwei thematische Schwerpunkte. Der erste Teil vermittelt die frühe Entwicklung des Künstlers auf der Suche nach Orientierung und Eigenständigkeit. An seinem Frühwerk zeigt sich deutlich das übermächtige Vorbild seines Lehrers Peter Paul Rubens (1577-164) und zugleich Van Dycks Versuch, sich von diesem abzusetzen. Dabei wird auch seine Begabung erkennbar, Emotionen und inneres Erleben wiederzugeben. Diese Begabung führte schließlich zu seiner Konzentration auf die Porträtmalerei und leitet zum zweiten Schwerpunkt über – dem Porträt.

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Den Erfolg verdankt Van Dyck seinem Vermögen, repräsentative Darstellung und lebensvolle Wiedergabe zu verbinden. In seinen Porträts ließ er die individuellen Persönlichkeiten seiner Modelle hervortreten – vom impulsiven Künstler bis zur vornehm-zurückhaltenden Patrizierin. Mithilfe zahlreicher Leihgaben wird der eigene Van Dyck-Bestand inhaltlich und künstlerisch eng verwandten Werken gegenübergestellt. So lassen sich beispielsweise direkte Vergleiche zwischen „Christus und der Lahme“ aus der Sammlung der Alten Pinakothek und der zweiten Fassung aus der Royal Collection ziehen. Vorzeichnungen und ein Studienkopf veranschaulichen darüber hinaus die komplexe Bildgenese. Die Veränderungen während des Entstehungsprozesses können Besucherinnen und Besucher selbst anhand des Röntgenbilds nachvollziehen.

Das Gemälde zeigt fünf Männer, einer von ihnen symbolisiert Jesus der auf einen Lahmen trifft, das Gemälde stammt von Anthonis van Dyck, wurde um 1618 bis 1629 angefertigt und ist der Teil der Ausstellung "VAN DYCK" in der Alten Pinakothek, gefördert von der Kulturstiftung der Länder
Anthonis van Dyck, Christus und der Lahme, um 1618–1620; © Alte Pinakothek, München

Insgesamt 52 Gemälde besitzen die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die Anthonis van Dyck oder seiner Werkstatt zugeschrieben werden. Der Bestand illustriert die Entwicklung des Künstlers bis zu seiner Übersiedlung nach London, wo er ab 1632 als Hofporträtist von Charles I. tätig war. Diese Werke bilden das Zentrum der Schau und werden durch Gemälde seines Zeitgenossen Peter Paul Rubens und bedeutenden Vorläufern wie Tizian (1490-1576) und Tintoretto (1518-1594) ergänzt.

Weitere Förderer: Ernst von Siemens Kunststiftung, Karl Thiemig-Stiftung, private Förderer

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VAN DYCK
25. Oktober 2019 bis 2. Februar 2020
Alte Pinakothek
Barer Straße 27, 80333 München
Öffnungszeiten: Mo geschlossen, Di & Mi 10-20.30 Uhr, Do-So 10-18 Uhr
https://www.pinakothek.de/vandyck