Kunst als Luxus der Eliten – dagegen richtete sich die vor hundert Jahren gegründete Novembergruppe. In Berlin fanden sich nach der Revolution 1918/19 rund hundertsiebzig Künstlerinnen und Künstler zusammen, um durch einen neuen künstlerischen Ausdruck Kunst und Bevölkerung zusammen zu bringen. An diesem Vorhaben, das sich den kaiserzeitlichen Konventionen verweigerte, beteiligte sich auch der gebürtige Schweizer Wilhelm Schmid (1892–1971). In seiner ehemaligen brandenburgischen Wahlheimat widmet ihm das Potsdam-Museum nun eine große Sonderausstellung. Schmids Biografie und sein künstlerisches Schaffen im Kreise Potsdamer Kollegen wird beleuchtet, seine Verortung in der Novembergruppe visualisiert. Deutlich erfahren die Besucherinnen und Besucher: Die Radikalität der Motive, Farben und Formen der selbsternannten „Revolutionäre des Geistes“ wirkt bis in die Gegenwart.

In diesem ersten Teil des Projekts „Umkämpfte Wege der Moderne“ treten die Schlüsselwerke der Novembergruppe mit dem Œuvre Wilhelm Schmids in Dialog. Als Epoche historischer Umbrüche und gesellschaftlicher Gegensätze ist die Weimarer Republik Hintergrund dieses künstlerischen Neuanfangs. Doch auch der sich nähernde Nationalsozialismus und dessen Folgen sowohl für einzelne Schicksale wie für die Kunstpolitik sind Teil der kuratorischen Narration. Im Frühjahr 2019 erzählt der zweite Teil mit der Ausstellung „Geschichten aus Potsdam und Babelsberg 1918 bis 1945“ von weiteren Verwerfungen der Moderne.

Eigens für die Ausstellung förderte der Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder die Restaurierung von vier Gemälden von Heinrich Basedow d.J., der wie Wilhelm Schmid Mitglied der  Novembergruppe war. Weitere Informationen zu dieser Förderung finden Sie hier.

Förderer dieser Ausstellung: Kulturstiftung der Länder, Ernst von Siemens Kunststiftung, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Förderverein des Potsdam Museums e.V., Bahnhofspassagen Potsdam, Privatpersonen