Erwerbungsförderung

Skulptur „Die Schlafenden“ von Hermann Scherer bleibt in Köln

Das Museum Ludwig in Köln erwirbt die Skulptur „Die Schlafenden“ (1924) des expressionistischen Künstlers Hermann Scherer (1893-1927). Vom deutsch-schweizerischen Bildhauer sind lediglich 24 Holzskulpturen überliefert, „Die Schlafenden“ gilt als eines seiner Hauptwerke. Die Kulturstiftung der Länder fördert den Ankauf mit 350.000 Euro.

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Dazu Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder: „Das Museum Ludwig in Köln besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen zum deutschen Expressionismus. Diese Sammlung stellt einen hervorragenden Rahmen dar für die Präsentation, Vermittlung und Erforschung der Skulptur Die Schlafenden von Hermann Scherer. Die Arbeit ist ein seltenes und zugleich bedeutendes Beispiel expressionistischer Plastik und eine der wenigen Skulpturen, die Scherer in seiner kurzen Lebenszeit schuf. Wir freuen uns, dass dieses Werk mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder nun dauerhaft im Museum Ludwig verbleiben kann.“ Das Werk war bereits seit 2009 als Dauerleihgabe im Besitz des Museum Ludwig.

Der 1893 in Baden-Württemberg geborene Hermann Scherer fertigte die farbig gefasste Plastik 1924 in Basel, nachdem er den Sommer bei Ernst Ludwig Kirchner in der Nähe von Davos verbracht hatte. In dieser Zeit schuf Scherer die ersten, aus nur einem Baumstamm geschnitzten Skulpturen. Insgesamt fertigte im Zeitraum von nur zwei Jahren (1924-26) mehr als 20 Holzskulpturen. Heute sind lediglich 24 Skulpturen des mit Anfang 30 verstorbenen Künstlers überliefert, jeweils drei befinden sich im Nachlass und in Privatsammlungen, eine im Kunsthandel und 17 in Museen und Stiftungen. Scherer leistete mit seinen Werken einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der expressionistischen Skulptur im deutschsprachigen Raum.

Im Besitz des Museum Ludwig befindet sich bereits die Scherer-Skulptur „Liebespaar“ von 1924. Mit dem Thema des Liebespaares – aufgegriffen in beiden Werken, Liebespaar und Die Schlafenden – hatte sich Scherer schon seit 1922, also vor seiner Begegnung mit Kirchner, beschäftigt. Die Schlafenden fertigte Scherer aus einem Stamm, das Werk zählt zu den größten Plastiken Scherers. Außergewöhnlich ist die horizontale Ausfertigung. Die beiden Schlafenden sind farblich voneinander getrennt, der Mann in rötlichem Braun dargestellt, die Frau in Gelb, auffällig hierbei auch die überlebensgroßen Köpfe der Figuren. Die farbliche Gestaltung ist charakteristisch für die Arbeit Scherers, die beiden Schlafenden wirken friedlich und entspannt.

Bis zum Tod Hermann Scherers am 13. Mai 1927 verblieb Die Schlafenden in seinem Besitz. Danach ging sie an seinen Neffen, Karlheinz Scherer über. Das Museum Ludwig erwirbt die Skulptur nun vom Nachlass Karlheinz und Hermann Scherer.

Weitere Förderer dieser Erwerbung: Peter und Irene Ludwig Stiftung, Ernst von Siemens Kunststiftung, Kunststiftung NRW

Hermann Scherer, Die Schlafenden, Tannenholz, bemalt, 139 cm, Museum Ludwig Köln; © Museum Ludwig Köln, Foto: Rheinisches Bildarchiv, Köln/Sabrina Walz

Hermann Scherer, Die Schlafenden, Tannenholz, bemalt, 139 cm, Museum Ludwig Köln; © Museum Ludwig Köln, Foto: Rheinisches Bildarchiv, Köln/Sabrina Walz

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