Rogier van der Weyden „Heimsuchung“

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Anschrift der geförderten Einrichtung:
Museum der bildenden Künste Leipzig
Grimmaische Straße 1-7
04109 Leipzig

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 127 (1997).
Kategorie:
Jahr: 1997
Gattung: Malerei
Land: Sachsen
Künstler: van der Weyden; Rogier

Beschreibung

Im Jahre 1427 trat er eine Lehre bei Robert Campin an, die er 1432 mit dem Erwerb der Freimeisterschaft der Tournaiser Malerzunft beendete. Im Gegensatz zu dem plastischen Realismus seines Meisters und Lehrers charakterisiert van der Weyden eine im Laufe seines Lebens immer mehr zur Abstraktion und asketischer Idealisierung neigende Linienführung. Seine eindrucksvollen Bilderfindungen und eingängigen Pathosformeln ließen ihn zum einflußreichsten und meistkopiertesten Künstler des 15. Jahrhunderts werden. Er unterhielt einen umfangreichen Werkstattbetrieb, dessen Ausstrahlung nach ganz Europa und v.a. nach Deutschland ging.Die Heimsuchung, entstanden um das Jahr 1435, ist ein zentrales Gemälde im Frühwerk des Künstlers. Möglicherweise Teil eines Altarbildes ist es ein besonders spirituelles und stark bewegtes Bild. Es weist bereits eine erstaunliche Lebensnähe auf. Die Begegnung von Maria und Elisabeth ist in eine weiträumige flandrische Landschaft eingebunden, in der sich zwar marianische Symbole wie beispielsweise der geflochtene Zaun finden, die aber zugleich als das getreue Abbild der realen Lebensumwelt des Künstlers erscheint.Die Heimsuchung ist eines der Hauptwerke der berühmten Sammlung Speck von Sternburg. Begründet im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts durch den Leipziger Bürger, Großkaufmann und Mäzen Maximilian Speck von Sternburg, zählt sie zu den ältesten und wertvollsten bürgerlichen Sammlungen in Deutschland. Das Schicksal der Sammlung und ihres Gründers ist mit dem kulturellen Leben der Stadt Leipzig untrennbar verknüpft. Seit Ende der zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts auf dem Familiensitz der Familie Speck von Sternburg in Lützschena der Öffentlichkeit zugänglich, überstand sie die Wirren des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit unbeschadet und war daraufhin seit 1952 im Reichsgericht und später im Museum der Bildenden Künste zu Leipzig, dem sie bereits in den dreißiger Jahren als Schenkung zugeführt werden sollte, zu sehen. Mit über 200 Gemälden und 700 Grafiken stellt sie das Herzstück dieses Hauses dar. Aus dieser Tradition erwächst die besondere Bedeutung der Erwerbung, in deren Folge nicht nur van der Weydens Heimsuchung, sondern die geschlossene Sammlung nunmehr endgültig an ihrem angestammten Standort für die Öffentlichkeit bewahrt werden kann.Der Ankauf für das Museum der Bildenden Künste zu Leipzig wurde realisiert durch die Mittel der Kulturstiftung der Länder, der Stadt Leipzig, des Sachsen und des Bundesministeriums des Inneren.