Prunkvase, 1837

13,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Stiftung Pommersches Landesmuseum
Mühlenstraße 15
17489 Greifswald

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 213 (2002).
Kategorie:
Jahr: 2001
Gattung: Angewandte Kunst/Kunsthandwerk
Land: Mecklenburg-Vorpommern

Beschreibung

Es war ein wahrhaft königliches Geschenk, das die Studenten der preußischen staats- und landwirtschaftlichen Akademie in Eldena ihrem Direktor Friedrich Gottlob Schulze im Wintersemester 1836/37 überreichten: eine Prunkvase aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur zu Berlin, wie sie sonst nur König Friedrich Wilhelm III. zu bestellen pflegte.Die teilvergoldete, über einen halben Meter hohe Vase folgt der Form nach einem Entwurf Friedrich von Gärtners für die Nymphenburger Porzellanmanufaktur und trägt darum die Bezeichnung Münchner Sorte. Die aufwendige, außerordentlich kleinteilige Aufglasurmalerei geht auf Entwürfe des Schinkel-Schülers Carl August Peter Menzel zurück, seit 1832 Universitätsbaumeister in Greifswald und später Professor an der Eldenaer Akademie. Ein gotisches Gitterwerk umläuft die Vase wie eine Pergola und gibt den Blick auf sieben Ansichten der Region frei, die durch die gleichmäßige Ziehung des Horizontes den Anschein eines zusammenhängenden Panoramas erhalten; darunter ist auch die Ruine des im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Klosters Eldena, die das Gemälde Abtei im Eichwald des gebürtigen Greifswalders Caspar David Friedrich weltberühmt gemacht hat. Städtische Ansichten wie die der Eldenaer Universitätsgebäude wechseln mit ländlichen Darstellungen, wobei die über den Bildfeldern sitzenden Allegorien des Ackerbaus, der Viehzucht, Jagd und Fischerei auf die Aufgaben der Landwirtschaftsakademie verweisen.Die Vase zählt zu den raren Erzeugnissen der KPM, deren Veduten den topographischen Themenkreis von Berlin und Potsdam verlassen, und legt zugleich Zeugnis von den kunstgewerblichen Höchstleistungen der preußischen Porzellanherstellung ab.Die Stiftung Pommersches Landesmuseum konnte das prunkvolle Gefäß mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder, des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung sowie der Stiftung der Sparkasse Vorpommern für die Greifswalder Institution erweben. Ein für die Kunst- wie Landesgeschichte gleichermaßen bedeutsames Werk kehrt damit an seinen einstigen Bestimmungsort zurück.