Porträt der Tänzerin Maria Sallé

13,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Allee nach Sanssouci 5
14471 Potsdam

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 217 (2002).
Kategorie:
Jahr: 2001
Land: Brandenburg
Künstler: Lancret; Nicolas
Gattung: Malerei

Beschreibung

Das Gemälde von Nicolas Lancret (Paris 1690 – 1743 Paris) zeigt die Tänzerin Maria Sallé in anmutiger Pose vom Licht getroffen, in dem sie, weißgekleidet, hell aufleuchtet. Dem Betrachter zugewandt, hält sie in einer nach zeitgenössischen Kriterien betont natürlichen Tanzhaltung scheinbar inne. Drei junge Frauen, die Drei Grazien, tanzen im rechten Mittelgrund und spielen damit auf die Grazie der Sallé an. Ihre Natürlichkeit drückt sich in der leicht verwilderten Parklandschaft aus, dem links ein ionischer Rundtempel der Göttin Diana eingefügt ist, vor dem vier Musikanten aufspielen. Wie Denis Diderot bemerkt, stellte Lancret – der bedeutende Nachfolger Antoine Watteaus und ein Hauptvertreter der galanten Malerei Frankreichs der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts – Marie Sallé als gefeierte Repräsentantin eines in Schritten, Gesten und Mimik von großer Grazie und Natürlichkeit durchdrungenen Tanzstils dar. Großen Erfolg erzielte sie in London, wo Georg Friedrich Händel Tanzeinlagen für sie komponierte. Ihre neuartige Art des Tanzes wurde als künstlerische Gegenposition zum expressiven Tanzstil der Italienerin Camargo verstanden. Mit dem Bildnis der Sallé und der kurz zuvor vollendeten Darstellung der Camargo (Wallace Collection, London) gab Lancret in den genrehaften Gegenbildern somit auch zwei moderne Tanzweisen wieder.Die Darstellung Maria Sallés ist durch eine Erwähnung im Briefwechsel Voltaires in seiner Entstehung 1732 genau datierbar. 1752 wurde es in Paris mit seinem Gegenstück versteigert und kam in den Besitz des Kunsthändlers Lebrun. Von hier gelangte es in die Sammlung des Prinzen Heinrich, in der es 1769 von Friedrich Nicolai im Berliner Palais des Prinzen erwähnt wird. 1802 ist das Gemälde in Schloss Rheinsberg nachweisbar, 1813 wurde es durch den Prinzen August verschenkt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verliert sich schließlich seine Spur in Paris.Mit der Erwerb des Gemäldes aus Privatbesitz konnte die äußerst seltene Gelegenheit wahrgenommen werden, ein bedeutendes Kunstwerk des französischen und friderizianischen Rokoko aus der Sammlung des Prinzen Heinrich zurückzugewinnen. Die Voraussetzung hierfür schufen außer der Kulturstiftung der Länder der Ernst von Siemens-Kunstfonds, der Beauftragte der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und die Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten e. V.