Max Beckmann „Ausblick aus der Villa Romana (sonnig)“, 1907

10,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Kunstsammlungen Chemnitz
Theaterplatz 1
09111 Chemnitz

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 164 (1999).
Kategorie:
Jahr: 1999
Künstler: Beckmann; Max
Gattung: Malerei
Land: Sachsen

Beschreibung

Die Aussicht auf das Arnotal mit der Stadt Florenz prägte sich dem knapp 23jährigen Künstler nachdrücklich ein, als er sich als Stipendiat vom 1. November 1906 bis Frühjahr 1907 zusammen mit seiner Frau Minna Beckmann-Tube in der von Max Klinger als Atelierhaus für deutsche Künstler mitbegründeten Villa Romana aufhielt. Von hier aus bietet sich der Blick auf die Stadt mit den Hügeln von Fiesole und den Ausläufern der Apenninen.Beckmann hatte sich 1906 erstmalig an Ausstellungen in Berlin und Weimar beteiligt, dort vom Deutschen Künstlerbund den Ehrenpreis zugesprochen bekommen und damit das Stipendium für die Villa Romana in Florenz erlangt.Sieben Bilder sind während des Aufenthaltes in Florenz entstanden, darunter zwei Landschaftsdarstellungen mit gleichlautendem Titel: Das eine, mit grau in Beckmanns Bilderliste bezeichnet, ist verschollen. Das andere, als sonnig vermerkt, konnte jetzt aus Privatbesitz für die Kunstsammlungen Chemnitz erworben werden.Der junge Beckmann hatte bereits Erfahrung mit der Landschaftsmalerei. Der Anblick des Meers an der Nord- und Ostsee hatte bei ihm eine dramatisierte Naturauffassung gefördert, die sich deutlich in dem spannungsreichen Florentiner Bild zeigt. Über den dunklen Höhenzügen entwickelt sich das Schauspiel stark bewegter Wolken, zwischen denen sich eine helle Himmelszone öffnet. Blendendes Licht liegt auf einigen Hauswänden im Vordergrund und verteilt sich in kleinen Partikeln über die Stadt, über deren Dächern der Turm des Palazzo Vecchio und die Domkuppel sichtbar sind. HBSL steht rechts oben in den Wolken. Herr Beckmann seiner Liebsten lautete die Signatur der ihm wichtigen Bilder, die der Maler seiner Frau Minna in den Jahren ihres gemeinsamen Lebens bis zum Ersten Weltkrieg widmete.Die Kunstsammlungen Chemnitz gehörten im Rahmen der Aktion Entartete Kunst zu den verlustreichsten deutschen Museen. Durch Verkauf oder Beschlagnahme wertvoller Werke namhafter deutscher Künstler zwischen 1931 und 1937 sowie durch Kriegs- und Nachkriegsjahre entstanden unersetzliche Lücken. So ist kaum mehr bekannt, dass Chemnitz im frühen 20. Jahrhundert eine der wichtigsten Städte für die Gegenwartskunst war.Die Voraussetzung für den Ankauf schufen die Kulturstiftung der Länder, die generösen Spender Karl und Heidi Feldmann aus Frankfurt am Main, der Beauftragte der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien, der Ernst von Siemens-Kunstfonds und der Freistaat Sachsen.