Lyonel Feininger „Am Trödel I“

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Anschrift der geförderten Einrichtung:
Staatliche Galerie Moritzburg
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle/Saale

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 82 (1994).
Kategorie:
Jahr: 1994
Künstler: Feininger; Lyonel
Gattung: Malerei
Land: Sachsen-Anhalt

Beschreibung

Zwischen 1929 und 1931 hatte der Bauhausmeister Lyonel Feininger (1871-1956) eine einmalige Werkgruppe von 11 Gemälden und 29 Zeichnungen geschaffen, alles Ansichten der Stadt Halle. Die Motive hatte der Maler, entgegen seiner Gewohnheit, mit der Kamera festgehalten und damit die sonst üblichen Naturstudien durch Photographien ersetzt. Neben Zeichnungen des Doms, der Marienkirche und des Roten Turms entstanden auch zwei Zeichnungen des halleschen Viertels Am Trödel. Das südlich der Marienkirche gelegene Moritzviertel, das der Volksmund später Trödel taufen sollte, war ursprünglich ein bevorzugtes Wohngebiet. Als Feininger im Frühjahr 1929 diese winkligen Gassen mit ihren altersschwachen Häusern betrat, fand er einen mittelalterlichen Gebäudekomplex vor, wie er bis dahin nur in seiner Phantasie existiert hatte. Am 7. September schuf Lyonel Feininger in Deep an der Ostsee unter anderem die zwei Kohlezeichnungen vom halleschen Trödel. Bei unserem Blatt ist die einheitliche Wirkung des Bildraumes konsequent auf das lichtüberflutete Hauptmotiv gerichtet, welches vom Schwarz des Tores unten rechts zur Helligkeit des Himmels aufsteigt. Noch im Jahre 1929 vollendete Feininger unter Zugrundelegung der beiden Zeichnungen das Gemälde Am Trödel.Der große Halle-Zyklus Lyonel Feiningers war bis 1931 vollständig an das Museum in Halle gegangen. 1937 wurden alle Gemälde und Zeichnungen im Zuge der Aktion Entartete Kunst beschlagnahmt. Zum Teil sind die Arbeiten heute verloren oder werden als kostbarer Besitz in anderen Sammlungen gehütet. Um so sinnvoller ist es, daß nun eine weitere der Halle-Zeichnungen Feiningers mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, des Landes Sachsen-Anhalt und der Stadt Halle in den ursprünglichen Museumsbesitz nach Halle zurückkehren konnte, wo sich nun wieder insgesamt zwei Gemälde und sieben Zeichnungen befinden.