„… Liebhaber und Beschützer der Musik“ – Musikaliensammlung der Fürsten Fürstenberg

15,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Badische Landesbibliothek Karlsruhe
Erbprinzenstraße 15
76133 Karlsruhe

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 188 (2000).
Kategorie:
Jahr: 2000
Land: Baden-Württemberg
Gattung: Musik

Beschreibung

Die reiche und vielfältige Musikgeschichte am Hof der Fürsten zu Fürstenberg ist durch die Musikaliensammlung der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen dokumentiert.Die nahezu vollständig erworbene Musikaliensammlung umfasst 3920 Musikdrucke sowie 3612 Musikhandschriften und gehört damit zu den bedeutendsten und größten süddeutschen Sammlungen dieser Art aus fürstlichem Besitz.Die herausragende Bedeutung der Donaueschinger Musikaliensammlung steht nicht zuletzt mit dem Namen Mozart in Verbindung, bewahrt die sie doch Abschriften seiner Opern und eigenhändig von ihm durchgesehene und verbesserte Sinfonien. Familiäre Beziehungen des Fürstenhauses nach Prag und Wien waren die Quellen für die heute zum Teil im Rang von Primärquellen stehenden Mozart-Bestände.Die Musikaliensammlung stellt insgesamt ein historisch gewachsenes Ganzes dar. Der Hauptbestand resultiert aus dem höfischen Musikleben in Donaueschingen über den Zeitraum von vier Jahrhunderten, wobei sich die letzten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts und die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts überproportional stark präsentieren. Entsprechend dem höfischen Musikbedarf sind neben der Kammermusik alle Gattungen vertreten. So besitzt die fürstenbergische Musikaliensammlung mehrere Erstdrucke von Quintetten und Quartetten Joseph Haydns, Mozarts und Beethovens. Im Gegensatz zum Notenbestand des 18. Jahrhunderts sind die Donaueschinger Musikalien aus dem 19. Jahrhunderts ohne größere Verluste erhalten geblieben – hier sind die Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy, Gaetano Donizetti, Gioachino Rossini und vor allem Franz Liszt zu nennen.Im 20. Jahrhundert prägten Die Donaueschinger Kammermusik-Aufführungen zur Förderung zeitgenössischer Tonkunst das musikalische Leben, die ab 1921 fast jedes Jahr stattfanden und vom Fürstenhaus großzügig unterstützt wurden. Diese Einrichtung, die als Donaueschinger Musiktage bis heute weiterlebt und mit der Komponisten wie Paul Hindemith, Pierre Boulez oder Igor Strawinsky verbunden wird, ist eine der wichtigsten Säulen der Neuen Musik.Mit dem Ankauf der fürstlichen Musikaliensammlung, der nur durch die Beteiligung der Kulturstiftung der Länder, der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg und der Badischen Bibliotheksgesellschaft zu realisieren war, ist ein einmaliger Bibliotheksbestand auf Dauer für die interessierte Öffentlichkeit sowie Musikforschung verfügbar und benutzbar gemacht werden.