Kunst aus Benin – Sammlung Hans Meyer

20,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Museum für Völkerkunde zu Leipzig/Grassimuseum
Grimmaische Straße 2-4, Mädler-Passage
04109 Leipzig

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 220 (2002).
Kategorie:
Jahr: 2002
Gattung: Außereuropäische Kunst
Land: Sachsen

Beschreibung

Die Benin-Sammlung Dr. Hans Meyer, jetzt dauerhaft im Museum für Völkerkunde zu Leipzig, gehört in ihrer Qualität zu den weltweit einzigartigen Sammlungen ihrer Art. Sie umfasst eine Vielzahl von heute unersetzlichen Kunstwerken aus Bronze (Messing), Elfenbein und Holz, die ursprünglich aus dem alten, untergegangenen Königreich Benin stammen. Benin zählt zu jenen afrikanischen Völkern, die ungewöhnlich viele Kunstwerke geschaffen haben. Sie stellen insgesamt einen der Höhepunkte des Kunstschaffens auf dem Kontinent dar, wobei die Verwendung gerade von Bronze (Messing) ansonsten in der afrikanischen Kunst nur verhältnismäßig selten anzutreffen ist.Exemplarisch für die Spitzenstücke der metallenen Gussarbeiten, derer sich ähnlich nur ganz wenige Museen erfreuen können, ist jene Kopfplastik zu erwähnen, die zu den frühesten gegossenen Kunstwerken des alten Benin-Reiches überhaupt gehört. Vermutlich wurde dieser Kopf in den Jahren zwischen 1480 und 1570 gegossen, also während der ersten Kontaktperiode mit den Portugiesen, sehr wahrscheinlich jedoch unter König Esigie (1510-1550), in dessen Regierungszeit die Organisation der Hofbronzegießer entstand.Die ersten Stücke aus dem afrikanischen Reich überhaupt gelangten bereits 1899 über London in das Leipziger Völkerkundemuseum. Den kulturellen Wert und die geschichtliche Bedeutung dieser Werke erkannte frühzeitig der Leipziger Wissenschaftlers, Forschungsreisenden und Verleger Geheimrat Professor Dr. Hans Meyer (1858-1929). Er legte eine Sammlung ausgewählter Stücke an, die er in enger Kooperation mit Karl Weule, dem damaligen Direktor des Leipziger Museums stetig ergänzte und verbesserte. Die wertvolle Sammlung dokumentiert insgesamt die Geschichte der Kunst von Benin in allen ihren bedeutendsten historischen Phasen und in den wichtigsten Stilperioden.Der hohe künstlerische und historische Wert war sodann entscheidend für die Aufnahme der gesamten Benin-Sammlung Dr. Hans Meyer in das Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes. Insgesamt zählt die Benin-Sammlung 53 Einzelstücke, die einen Zeitraum von etwa 500 Jahren afrikanischer Geschichte und Kunstgeschichte repräsentieren. Sie ist in einem vom Museum erarbeiteten Katalog dokumentiert und seit langem – wenn auch bisher nur als Leihgabe – der Öffentlichkeit als Höhepunkt der Dauerausstellung zugänglich. Dabei ist es durchaus glücklichen Umständen zu verdanken, dass die schon so früh zusammengestellte Sammlung über 100 Jahre geschlossen erhalten blieb. Sie letztlich dauerhaft für Leipzig zu sichern, gelang erst nach langwierigen, überaus komplizierten Verhandlungen. Den Ankauf an sich unterstützten in großzügiger Art und Weise die Kulturstiftung der Länder, der Beauftragte der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien, der Freistaat Sachsen, die Ernst von Siemens-Stiftung, die Stadt Leipzig sowie zahlreiche Mäzene.