Konvolut aus dem Nachlaß von Gustav Mahler (Sammlung Moldenhauer)

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Anschrift der geförderten Einrichtung:
Bayerische Staatsbibliothek
Ludwigstraße 16
80539 München

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 157 (1999).
Kategorie:
Jahr: 1999
Gattung: Archivgut
Land: Bayern
Künstler: Mahler; Gustav

Beschreibung

Gustav Mahler, einer der letzten großen österreichisch-deutschen Komponisten in der tonalen Tradition der europäischen Musikgeschichte, gilt als wichtiger Ausgangspunkt für die grundlegenden musikalischen Neuerungen seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Von seinen Ideen und ihrer kompositorischen Umsetzung namentlich in den Sinfonien sind Werke seit der sogenannten Zweiten Wiener Schule um Arnold Schönberg bis hin zur Sinfonik nach 1945 beeinflusst worden. Ihren musikhistorischen und ästhetischen Rang verdanken Mahlers Werke der höchst eindrucksvollen musikalischen Auseinandersetzung mit seiner Zeit in all ihren Widersprüchlichkeiten. Im Zweiten Weltkrieg gelangte der kompositorische Nachlass Mahlers über seine Frau Alma, in dritter Ehe mit Franz Werfel verheiratet, in die USA, wo er allmählich auseinandergerissen wurde. Seit den 50er Jahren weist die Rezeption des Mahler`schen Werks vor allem dort, aber auch in Europa, verzeichnet eine erneute Belebung. Der Sammler Dr. Hans Moldenhauer, seinerseits aus Deutschland in die USA emigriert, erkannte Mahlers Bedeutung frühzeitig und pflegte ihn innerhalb seiner überaus bedeutenden Privatsammlung mit großem Engagement.Die hieraus erworbenen Musikautographen gruppieren sich vornehmlich um die 4. Sinfonie, die Gustav Mahler in München selbst uraufgeführt hat. Der Reiz dieses Konvoluts liegt darin, dass nicht fertige Manuskripte in der Druckfassung vorliegen sondern zumeist Skizzen und Entwürfe, die als Zwischenschritt des Arbeitsprozess wichtige Aufschlüsse zum Verständnis der Endfassung liefern können. Solches Material ist von Mahler sonst kaum bekannt, da es dieser laut Alma Mahler gewöhnlich nach Werkvollendung vernichtet hat.Den zweiten gewichtigen Teil bildet die Mahlers Korrespondenz mit seiner Frau aus seinem letzten Lebensjahrzehnt. Diese unverfälschten Primärquellen aus der Zeit seiner endgültigen Anerkennung sind nur zum Teil veröffentlicht und wissenschaftlich noch nicht erschlossen und versprechen daher interessante Aussagen zu Leben, Werk und Wirken Gustavs Mahlers.Die Zurückholung dieser bedeutendsten Quellensammlung zu Gustav Mahler aus nordamerikanischen Privatbesitz in den Kulturkreis, dem er entstammte und in dem er als Dirigent und Komponist gewirkt hat, war eine einzigartige Gelegenheit, die nach langwierigen Verhandlungen mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder, der Bayerischen Landesstiftung sowie des Bundesministeriums des Innern genutzt werden konnte.