Kantate „Ach Gott vom Himmel sieh darein“ BWV 2

10,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz
Unter den Linden 8
10117 Berlin

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 122 (1996).
Kategorie:
Jahr: 1996
Künstler: Bach; Johann Sebastian
Land: Berlin
Gattung: Musik

Beschreibung

Die Erwerbung der Kantate Ach Gott, vom Himmel sieh darein für die Staatsbibliothek zu Berlin – Musikabteilung – ist eine Kompositionsniederschrift einer Kantate auf der Grundlage eines Lutherchorals von 1524, Psalm XII, dessen Strophen teils wörtlich, teils umgedichtet als Textgrundlage dienen. Bach komponierte die Kantate 1724 als Cantor der Thomaskirche in Leipzig im zweiten Jahr seiner Kantatenkompositionen. Sie ist ein typisches Beispiel der reinen Chorkantate, die Bachs frühe Leipziger Zeit, da er nahezu wöchentlich ein Werk komponierte, bestimmt. So von seiner Obrigkeit in die Pflicht genommen, zeugt Ach Gott, vom Himmel sieh darein von der großen Kreativität und Inspiration des Komponisten.Das Manuskript, geschrieben in schwarzbrauner Tinte, enthält neben zahlreichen Berichtigungen und Änderungen in den freien Notenlinien auch einige kurze Skizzen. Es ist nicht nur die letztlich autorisierte Fassung der Kantate, sondern wahrscheinlich auch ihre erste Niederschrift.Die Originalstimmen des Jahrgangs 1724/25 fielen bei der Erbteilung im Jahr 1750 der Witwe Johann Sebastian Bachs Anna Magdalene zu und gelangten noch im selben Jahr an die Thomasschule nach Leipzig, in dessen Besitz sie sich seitdem befinden. Die Partituren, sofern überhaupt noch vorhanden, sind in vielen Bibliotheken und Privatsammlungen verstreut. Um so erfreulicher ist es, daß jetzt eine der nurmehr sehr seltenen Möglichkeiten zur Ergänzung der Autographen Bachs genutzt werden konnte.Für die Staatsbibliothek zu Berlin wird mit der Erwerbung eine Tradition fortgesetzt: Schon frühzeitig wurden hier musikalische Quellen in das Sammelspektrum aufgenommen. Es entstand die erste musikalische Fachabteilung in Deutschland. Die Bibliothek trug damit dem sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts herausbildenden Gedanken Rechnung, daß Beschäftigung mit Musik nicht nur eine Angelegenheit der aktuellen praktischen Auseinandersetzung mit dem jeweils zeitgenössischen Schaffen sein kann, sondern auch Gegenstand wissenschaftlicher und künstlerischer Untersuchung aus einem historischen Kontext heraus sein muß.Das Bach-Autograph kehrt jetzt, für die Öffentlichkeit zugänglich nach Berlin zurück, wohin es Friedrich Wilhelm Bach vor 1784 brachte und bis 1918 ununterbrochen lagerte.Der Ankauf wurde unterstützt durch die Kulturstiftung der Länder, das Bundesministeriums des Inneren (und der Firma Daimler-Benz AG).