Goldschmiedekunst von Renaissance bis zum Klassizismus

15,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck
Düvekenstraße 21
23552 Lübeck

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 204 (2001).
Kategorie:
Jahr: 2001
Gattung: Angewandte Kunst/Kunsthandwerk
Land: Schleswig-Holstein

Beschreibung

Die Reichs- und Hansestadt Lübeck war seit dem späten Mittelalter das neben Hamburg bedeutendste Zentrum norddeutscher Goldschmiedekunst. Die durch den Ostseehandel reichgewordene Kaufmannsschicht entwickelte sich zu einer potenten Klientel, die ihre Traditionen wie ihren Aufstieg darzustellen begehrte. Eine nach Qualität, Umfang und Herkunft einmalige Sammlung Lübecker Silbers vom 16. bis 19. Jahrhundert, zusammengetragen von einer Lübecker Familie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, gelangte nun aus belgischem Privatbesitz nach Lübeck zurück.Zwei Schwerpunkte zeichnen die 72 Objekte umfassende Sammlung aus: zum einen Trinkgefäße, deren Formen einen repräsentativen Querschnitt dieser Gattung darstellen, zum anderen Gefäße und Geräte, die zu Tafelgeschirren gehören. Spitzenstücke sind zwei sogenannte Hansekannen des Barock, prunkvolle Deckelgefäße für den zeremoniellen Trunk, sowie ein großer Pokal der Hutmacherzunft und eine exzeptionelle Rokoko-Suppenterrine. Überaus bemerkenswert sind überdies mehrere Kannen für Tee und das im 18. Jahrhundert modisch gewordene Heißgetränk Kaffee. Hohe Aussagekraft für die Geschichte Lübecks haben insbesondere die zahlreichen Wappengravierungen und Namensinschriften, die ein anschauliches Bild des Silberbesitzes wie auch des Stiftungs- und Geschenkwesens – etwa aus Anlaß von Patenschaften – in Lübeck zeichnen. Alles in allem bietet die Kollektion durch den Reichtum des kunstfertig verarbeiteten Materials und die Noblesse der Formen einen hervorragenden Überblick über das örtliche Gebrauchs- und Prunksilber, von der Renaissance bis zum Klassizismus. Zusammen mit der Kulturstiftung der Länder, der Possehl-Stiftung, der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein, der Friedrich Bluhme und Else Jebsen-Stiftung Lübeck, der Fazit-Stiftung Frankfurt am Main sowie zahlreichen weiteren Institutionen und Privatpersonen konnte die weltweit wohl größte private Sammlung Lübecker Silbers für das St. Annen Museum gesichert werden, wo sie die Präsentation der städtischen Kulturgeschichte auf eindrucksvolle Weise bereichert.