Gläser der Sammlung Otto Dettmers

10,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Kunstmuseum Düsseldorf; Kunstgewerbemuseum Berlin
Ehrenhof 5/Tiergartenstraße 6
40479/10785 Düsseldorf/Berlin

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 196 (2001).
Kategorie:
Jahr: 2001
Gattung: Angewandte Kunst/Kunsthandwerk
Land: Nordrhein-Westfalen

Beschreibung

Der 1986 in Bremen verstorbene Glassammler Dr. Otto Dettmers hat in freundschaftlicher Verbindung mit dem Berliner Kunstgewerbemuseum seit den 1920er Jahren eine hochbedeutende Kollektion europäischen Glases aufgebaut, die zuletzt zu den weltweit bedeutendsten Sammlungen ihrer Art zählte. Geleitet von dem Wunsch, die schmerzlichen Kriegsverluste auszugleichen, hatte sich das Kunstgewerbemuseum vergeblich bemüht, die renommierte Glassammlung geschlossen für Berlin zu gewinnen. Als 1999 die Sammlung in London zur Versteigerung kam, konnte indessen die unwiederbringliche Gelegenheit genutzt werden, sieben Gläser von höchsten künstlerischem Rang aus der Sammlung Dettmers für das Museum zu erwerben.Bei diesen handelt es sich im einzelnen um ein niederländisches Kelchglas mit diamantgerissenen Wappen in der Art des Willem Mooleyser (Rotterdam, um 1690); der im Zusammenhang mit der Krönung Kurfürst Friedrichs III. zum ersten König in Preußen um 1700/01 von einem unbekannten, wohl in Berlin ansässigen Glasschneider verzierte Deckelpokal mit großem preußischen Staatswappen und Kette und Insignien des preußischen Schwarzen Adlerordens – jenes Ordens, der von Friedrich am Vorabend seiner Königskrönung im Januar in Königsberg gestiftet worden und bis 1918 die höchste preußische Auszeichnung, der älteste und wichtigste Orden des Königreichs war – ist für die Berliner Sammlung von ganz besonderer Bedeutung, ergänzt er doch den durch Kriegsverluste stark dezimierten Bestand des Kunstgewerbemuseums an Spitzenstücken der brandenburgisch-preußischen Glasproduktion.Darüber hinaus gelang der Erwerb eines Nürnberger Pokals mit dem Bildnis Kaiser Karl VI. wohl aus dem Jahre 1718 (Schnitt Georg Ernst Kunckel zugeschrieben), eines um 1715 hergestellten Nürnberger Scherzgefäßes mit Sinnbildern und Inschriften (Schnitt Anton Wilhelm Mäurer zugeschrieben), eines 1760 datierten und durch den Amsterdamer Glasschneider Jacob Sang dekorierten Kelchglases, eines Pokals mit mythologischer Szene von einem unbekannten deutschen oder böhmischen Glasschneider aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und schließlich der eines böhmischen Pokals mit dem Bildnis Kaiser Wilhelms I., dessen Schnitt aus der Zeit um 1871 dem im nordböhmischen Meisterdorf tätigen August Böhm d. J. zugeschrieben wird.Den Ankauf der Gläser unterstützte neben der Kulturstiftung der Länder der Beauftragte der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien.