Fotogramme von Laszlo Moholy-Nagy

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Museum Folkwang, Fotografische Sammlung
Goethestraße 41
45128 Essen

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 102 (1995).
Kategorie:
Jahr: 1995
Gattung: Fotografie
Künstler: Moholy-Nagy; Laszlo
Land: Nordrhein-Westfalen

Beschreibung

Laszlo Moholy-Nagy (1895-1946) war von 1923 bis 1928 Lehrer am Bauhaus in Weimar bzw. Dessau. Moholy-Nagy war der international einflußreichste Lehrer des Bauhauses. 1921 hatte er in Zusammenarbeit mit seiner ersten Frau, der Kunsthistorikerin Lucia Schultz, erste experimentelle Photogramme und Filme gestaltet. Dabei werden auf lichtempfindliches Papier verschiedene Gegenstände gelegt. Das Photogramm, eine Art von negativem Schattenbild, entsteht auf der von dem Gegenstand zugedeckten Fläche. Es ist eine kameralose Photographie, eine reine Lichtgestaltung, ein Malen mit Licht, zu deren Meistern Man Ray und Laszlo Moholy-Nagy zählen. Das Photogramm-Konvolut, bestehend aus 113 Arbeiten, enthält Werke aus allen Schaffensperioden des Künstlers, besitzt aber einen zeitlichen Schwerpunkt zwischen 1922 und 1935. Der Kernbestand der Sammlung wird durch 22 Photographien Moholy-Nagys ergänzt, darunter befindet sich eine signierte und datierte Variante der wohl berühmtesten Aufnahme des Künstlers, des Blicks vom Berliner Funkturm im Winter 1928. Bisher existierten in den europäischen Sammlungen nur insgesamt 21 Original-Photogramme, 17 davon in Deutschland. Das Folkwang Museum in Essen, das eine der herausragenden Photosammlungen in Deutschland besitzt, konnte nun durch die Erwerbung der Sammlung von Arbeiten Moholy-Nagys eine empfindliche Lücke schließen. Erst jetzt lassen sich Entwicklungsschritte der einzelnen Photogrammreihen nachvollziehen und erhellende Einblicke in die Gestaltungsweisen Moholy-Nagys gewinnen.Die Photogramm-Sammlung konnte aus den Händen eines ehemaligen Mitarbeiters Moholy-Nagys in den USA erworben werden. Unterstützt wurde der Ankauf für das Folkwang Museum in Essen durch die Kulturstiftung der Länder, die Stiftung Kunst und Kultur in Nordrhein-Westfalen und die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Die Sammlung wurde zur Hälfte an das Centre Georges Pompidou in Paris und zur Hälfte nach Deutschland verkauft, eine konzertierte Aktion, die nun insgesamt 226 Arbeiten des Künstlers für Europa sichern konnte.