Emil Nolde „Stilleben mit Holzfigur“

8,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Museum Folkwang Essen
Goethestraße 41
45128 Essen

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 91 (1995).
Kategorie:
Jahr: 1995
Gattung: Malerei
Künstler: Nolde; Emil
Land: Nordrhein-Westfalen

Beschreibung

In den Wintermonaten 1910/11 studierte Emil Nolde (1867-1956), einer der Hauptmeister des deutschen Expressionismus, die Sammlung im Berliner Völkerkundemuseum. Er fertigte eine Fülle von Studien, von denen einige als direkte Vorlagen für sein Gemälde Stilleben mit Holzfigur dienten, vermutlich das erste Zeugnis, zugleich eines der wenigen, seiner Beschäftigung mit der sogenannten primitiven Kunst in einem Gemälde. Das Bild ist programmatisch für den Aufbruch der Moderne aus dem Geist des Ursprünglichen. Expressiv und dynamisch gemalt, korrespondiert die afrikanische Skulptur mit den daneben angeordneten Gefäßen und der Blume. Angekauft wurde die Arbeit 1912 von dem Kunstsammler Karl Ernst Osthaus (1874-1921), der 1902 weltweit das erste Museum für zeitgenössische Kunst eröffnete, das Folkwang Museum in Hagen. 1922 hatte der eigens dafür gegründete Folkwang-Museumsverein die Sammlung aus dem Nachlaß Osthaus für Essen gekauft und auch den Namen Folkwang mitübernommen. In Hagen und später in Essen war das Gemälde Noldes Stilleben mit Holzfigur zusammen mit Uli-Figuren aus Ozeanien und anderen Werken der Kunst der Naturvölker ausgestellt. 1937 war das Gemälde von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und im Rahmen der Münchner Ausstellung Entartete Kunst diffamiert worden. Danach wurde es zum Verkauf freigegeben und gelangte nach Amerika; es konnte jetzt aus New Yorker Privatbesitz zurückerworben werden. Die ursprüngliche, gemeinsame Präsentation des expressionistischen Gemäldes von Nolde und der primitiven Kunst ist heute nach langen Jahren wieder im Essener Folkwang Museum zu besichtigen.Emil Noldes Werk wurde von der Kulturstiftung der Länder, der Stiftung Kunst und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Walthausen-Platzhoff-Museumsstiftung erworben.