Der Berliner Nachlaß

8,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Schiller-Nationalmuseum, Deutsches Literaturarchiv
Schillerhöhe 8-10
71672 Marbach am Neckar

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 94 (1995).
Kategorie:
Land: Baden-Württemberg
Gattung: Literatur
Künstler: Roth; Joseph

Beschreibung

Joseph Roth (1894-1939) zählt zu den herausragenden Autoren der literarischen Moderne. Seine Romane, Erzählungen und Feuilletons haben in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue, große Leserschaft gefunden, nachdem seine Wirkungsmöhlichkeit in der Nazizeit hierzulande unterbrochen worden war. Joseph Roth ging 1933 von Berlin aus ins Pariser Exil. Zuvor hatte er seinem Verleger Gustav Kiepenheuer in Berlin zwei Kartons mit ihm wichtig erscheinenden Manuskripten und Unterlagen zur Aufbewahrung übergeben. Nach Bombenhagel und Auslagerung wurde der Berliner Nachlaß erst in den 70er Jahren wiederentdeckt. Er konnte jetzt für das Literaturarchiv in Marbach erworben werden, zu dessen primären Verpflichtungen die Sammlung von Exilliteratur gehört und das darüber hinaus schon im Besitz einer Reihe von Joseph-Roth-Manuskripten ist. Der Nachlaß setzt sich aus 17 Einzelmanuskripten und Werkkonvoluten zusammen. Unter den Manuskripten sind ganz wesentliche Werke der Frühzeit von Roths Schaffen, überwiegend in eigenhändigen Niederschriften (432 Autographenseiten) und mit wichtigen Korrekturzusätzen und Parallelfassungen, die z. T. noch unveröffentlicht sind. Gerade durch die zahlreichen Abweichungen von den gedruckten Texten und die erkennbaren Entstehungsstufen ist der wissenschaftliche Wert des Teilnachlasses für jede weitere Editions- und Forschungsarbeit an dem Gesamtwerk Roths unbestritten. Was den Erzähler Joseph Roth betrifft, wird seine Entwicklung in den 20er Jahren durch den Berliner Nachlaß fast lückenlos dokumentiert. Aber auch der heute besonders geschätzte Feuilletonist Roth wird durch Manuskripte und eine Sammlung von 86 Zeitungsausschnitten repräsentiert.Der Berliner Nachlaß wurde durch die Kulturstiftung der Länder, das Bundesministerium des Innern und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (aus Mitteln des Stifterverbandes der deutschen Wissenschaft) angekauft.