Das Samuhel-Evangeliar aus dem Quedlinburger Dom

13,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Domschatz der Sankt Servatius-Stiftskirche
Schloßberg 9
06484 Quedlinburg

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 25 (1991).
Kategorie:
Jahr: 1991
Gattung: Angewandte Kunst/Kunsthandwerk
Land: Sachsen-Anhalt

Beschreibung

Das Evangeliar aus der Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg gehört zu der kleinen Zahl karolingischer Handschriften, für die ausschließlich goldene Tinte verwendet wurde (mit Ausnahme der in Silber gehaltenen Anmerkungen). Man nimmt an, daß ein Mitglied des Sächsischen Herrscherhauses den Codex dem von Otto I. und seiner Mutter Mathilde gegründeten Quedlinburger Stift übergab (die Gründung wurde 936 bestätigt).Die Handschrift kam 1945 abhanden. Sie wurde 1989 für einen .Finderlohn durch die Kulturstiftung der Länder und das Bundesministerium des Innern und dank einer zinslosen Zwischenfinanzierung durch den Ernst von Siemens-Kunstfonds unter dramatischen Umständen zurückgeholt. Mithin ist sie das erste Kunstwerk, das noch vor der Wiedervereinigung für eines der «neuen Länder» erworben wurde. Inzwischen wurden alle anderen Teile des gesamten Domschatzes in Whitewright/Texas sichergestellt; die Kirche hat ihre Heiligtümer zurückgewonnen. Mittel für den außergerichtlichen Vergleich stellten die Kulturstiftung der Länder und das Bundesministerium des Innern der Kirchengemeinde zur Verfügung. Die Gegenstände des Domschatzes sind aus Texas im April 1992 zurückgekehrt.Das Samuhel-Evangeliar wurde in der Bayerischen Staatsbibliothek in München restauriert und ausgestellt.Die Kulturstiftung der Länder hatte bereits im November 1990 mit Hilfe einer Spende von C. & A. Brenninkmeyer die Architektengemeinschaft Winkler, Effinger und Lemberg (München/ Stuttgart) mit einem ersten – auch mit dem zuständigen Denkmalamt abgestimmten – Gutachten über die sicherheits- und klimatechnischen Notwendigkeiten einer Aufbewahrung des Schatzes im Dom betraut. Aufgrund dieses Gutachtens folgte dann rasche Finanzhilfe für den Ausbau der Schatzkammern aus Bonn und Sachsen-Anhalt. Die Arbeiten waren im Sommer 1993 beendet.