Bismarck-Archipel-Sammlung Hans Meyer

12,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin
Lansstraße 8
14195 Berlin

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 221 (2011).
Kategorie:
Jahr: 2011
Gattung: Außereuropäische Kunst
Land: Berlin

Beschreibung

Der Leipziger Verleger und Forschungsreisende Professor Dr. Hans Meyer erwarb gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine hochbedeutende Kollektion von Stammeskunst der Südsee. Die als Bismarck-Archipel-Sammlung bekannt gewordene Kollektion umfaßt 81 Objekte aus Neuirland, Neubritannien sowie den Duke-of-York-Inseln und befand sich bereits seit 1902 im Leipziger Völkerkundemuseum als Leihgabe.Im Zentrum der Sammlung stehen Masken, die bei Totenfeiern getragen wurden und zu den frühesten erhaltenen Objekten des als Malanggan bezeichneten Kults gehören. Sie zeigen in ihrer Material-, Farben- und Formenvielfalt die ganze Virtuosität der Südseevölker und sind vor allem aus einem Grund von besonderer Faszination für den Betrachter wie von Interesse für die Wissenschaft: Da die Sammlung vor 1900 zusammengetragen wurde, erlaubt sie einen unverfälschten Blick auf die einheimische Ästhetik, die noch nicht durch eingeführte Materialien aus Europa beeinflußt worden war; so fehlen neben fremden Stoffen auch die Farben Blau und Gelb fast vollständig. Neben Masken zählen Mundstücke, Bildsäulen und Wandfriese zu der Sammlung, die sich nicht zuletzt durch ihren Erhaltungszustand auszeichnet, gehört die fragile Kunst der Südsee doch zu der am meisten vom Verfall bedrohten.Nachdem der Freistaat Sachsen mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder die Benin-Sammlung Hans Meyer für das Völkerkundemuseum in Leipzig erworben hatte, gelang es den Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz gemeinsam mit dem Leipziger Völkerkundemuseum mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Südsee-Sammlung des Leipziger Verlegers für das Ethnologische Museum der Hauptstadt (als ständigem Aufbewahrungsort) zu erwerben, das damit seine weltweit einmalige Sammlung von Kunst des Malanggan-Kultes um Spitzenwerke bereichern kann. Überdies haben beiden Museen durch diese Transaktion eine enge Zusammenarbeit vereinbart und werden sich gegenseitig mit langfristigen Leihgaben unterstützen. So konnte durch die beispielhafte Kooperation zweier Häuser eine großartige Sammlung vor der Auflösung bewahrt werden.