Altdeutsche Handschriften

8,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Unter den Linden 8
10117 Berlin

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 87 (1995).
Kategorie:
Jahr: 1995
Land: Berlin
Gattung: Handschriften/Inkunabeln

Beschreibung

Ein Komplex von insgesamt 40 Handschriften mit Texten der mittelhochdeutschen Dichtung und deutschen Fachprosa aus dem 9. bis 15. Jahrhundert konnte für die Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz in Berlin gesichert werden. Die Sammlung besteht aus Werken und Textzeugen, die für die Erforschung der deutschen Literatur des Mittelalters unter den verschiedensten Aspekten aufschlußreiche Ergebnisse liefern, zum großen Teil sogar für bestimmte Fragestellungen alleine zuverlässige Antworten bereithalten. Es sind originale Texte zur höfischen Unterhaltungsliteratur und zu den Lehr- und Fachbüchern, wobei sogar Zeugnisse zum Minnesang und zur höfischen Epik vorliegen, überdies in alten, bisher textkritisch nicht ausreichend ausgewerteten bzw. gänzlich unbekannten Fragmenten. Seltene Textfragmente zu der mittelhochdeutschen Legenden- und Ritterromanliteratur, mehrere Überlieferungen von Historienbibeln und Weltchroniken, zwei Rechtshandschriften, darunter eine illustrierte Pergamenthandschrift des Magdeburger Weichbildrechts, sowie theologische und mystische Traktat- und Erbauungsliteratur, Naturkunde-, Schach-, und Wappenbücher, historische und medizinische Texte sowie Orakelbücher und Lunare geben ein nahezu abgerundetes Bild des mittelalterlichen Geisteslebens und Literaturschaffens im deutschen Sprachgebiet. Hervorzuheben sind auch die etwa 350 Miniaturen und kolorierten Federzeichnungen in den Schriftstücken. Die Autoren der einzelnen Handschriften sind die großen Namen des Mittelalters: Wolfram von Eschenbach, Jacobus de Thermo, Hugo von Timberg, Rudolf von Ems, Heinrich Seuse, Ulrich von der Türlin, Reimar von Zwetter, Hartmann von Aue, Heinrich von Mügeln, Konrad von Mengenberg und Jakobus de Cessolis. Die Sammlung wurde mit Fördermitteln der Kulturstiftung der Länder und der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin angekauft.