Das Moller-Florilegium des Hans Simon Holtzbecker

13,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
Von-Melle-Park 3
20146 Hamburg

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 174 (1999).
Kategorie:
Jahr: 1999
Land: Hamburg
Gattung: Handschriften/Inkunabeln
Künstler: Holtzbecker; Hans Simon

Beschreibung

Als Anfang 1999 die Nachricht vom Wiederauftauchen eines Florilegiumbandes aus dem ehemaligen Besitz des Hamburger Bürgermeisters Barthold Moller (1605-1667) kam, waren Kenner der Geschichte der botanischen Buchillustration so überrascht wie erfreut über die Tatsache, dass ein um 1660 entstandenes und noch 1744 in der Literatur rühmend erwähntes, indessen früh verschollenes botanisches Prachtwerk von der Hand des Hamburger Künstlers Hans Simon Holtzbecker (gest. 1671) nach so langer Zeit wieder in die Öffentlichkeit gelangt war.Das Moller-Florilegium, das die Pflanzenpracht des Moller`schen Gartens in Hamburg dokumentieren sollte, bestand ursprünglich aus fünf Büchern. Der vorliegende Band im Format 37,6 x 24,5 cm enthält 207 Pflanzendarstellungen in Wasser- und Deckfarben auf 88 Pergamentseiten. Es sind ausschließlich Zwiebelpflanzen dargestellt. Beginnend mit den Blüten von Schneeglöckchen, Märzbecher und Krokus, lässt der Maler die schönsten Zierpflanzen des Frühlings folgen. Danach zeigen 27 Tafeln mit Tulpen, dass sich der Moller`sche Garten durchaus mit den feinsten und teuersten Züchtungen der damaligen Zeit geschmückt war.Bereits 1678 wurde das Sammelwerk von dem Hamburger Theologen und Historiker Professor Rudolf Capell als hervorragende Arbeit gewürdigt. Weitere Erwähnungen folgten. Man rühmte die vorzügliche Qualität, die lebhaften und gefälligen Farben, die ausgezeichnete Akkuratesse und die Eleganz in der Pinselführung. Gleichwohl der Maler, der offensichtlich über profunde pflanzenkundliche Kenntnisse verfügt haben musste, zu Lebzeiten hoch angesehen war, geriet er doch in Vergessenheit; dies befördert durch den Umstand, dass seit der Falschzuschreibung durch Carl Friedrich von Rumohr 1834 Holtzbeckers Pflanzenbilder als Arbeiten der berühmten Malerin Maria Sibylla Merian (1647-1717) galten.Die Möglichkeit, diesen Band des Moller-Florilegiums erwerben und dauerhaft für Hamburg erhalten zu können, verdankt die Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek dem Zusammenwirken der Kulturstiftung der Länder mit dem Beauftragten der Bundsregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien, der Hermann Reemtsma-Stiftung, der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, der Hamburger Sparkasse, der Freien und Hansestadt Hamburg und zahlreichen anderen privaten Förderern, die dazu beigetragen haben, dieses herausragende Zeugnis Hamburger Kultur- und Gesellschaftsgeschichte an seinen Entstehungsort zurückzuholen.