Autograph „Faschingsschwank aus Wien“ op. 26

8,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Robert-Schumann-Haus
Hauptmarkt 5
08056 Zwickau

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 121 (1996).
Kategorie:
Jahr: 1996
Gattung: Musik
Land: Sachsen
Künstler: Schumann; Robert

Beschreibung

Dank der Hinweise des Schweizer Musikforschers Jean-Jaques Eigeldinger konnte das bis in das Jahr 1984 nahezu unbekannte, 16 querformatige Seiten umfassende Autograph Faschingsschwank in Wien 1996 aus dem Nachlaß der Familie Szavardy für das Robert-Schumann-Haus in Zwickau ersteigert werden. Damit wurde die erstmals sich bietende Gelegenheit der Rückführung nach Deutschland in öffentlichen Besitz genutzt.Nach dem Tode des Komponisten hatte Clara Schumann das Autograph 1862 der befreundeten Pianistin Wilhelmine Szavardy in Paris geschenkt.Komponiert wurde das Werk im Herbst und Winter 1838/39 in Wien. Angesichts seines im Kopfsatz angebrachten Zitats der Marseillaise ist in seinem Zusammenhang meist von der Revolutionshymne die Rede, was die Rezeption des Zyklus nachhaltig geprägt hat – kecker Gruß Schumanns an das Metternichsche Österreich, in dem die Revolutionshymne verboten war.Von seinem Komponisten selbst ein romantisches Schaustück genannt, das die Spielerin sehr amusiren würde, weist der Faschingsschwank indes auch ernstere Züge auf; seine Entstehung muß im Zusammenhang mit den Nachtstücken (op.23) gesehen werden. Dem Wiener Verleger Mechetti 1839 im Vorjahr des Erscheinens des Faschingsschwank zum Druck übersandt, muß die Komposition unmittelbar aufeinander, wenn nicht gleichzeitig erfolgt sein. So sind also Heiterkeit und Ernst im Sinne romantischer Ironie und abgründigen Humors als Einheit zu betrachten.Das Manuskript stellte wohl das Mittelglied einer Kette verschiedenartiger Textquellen zu dem gesamten Werk Schumanns dar. Es enthält Notierungen zu den drei Anfangssätzen des Faschingsschwank, denen Skizzen zu allen fünf Sätzen vorangegangen und eine Stichvorlage gefolgt sein müssen, da man ihre Verwendung als solche anhand des Fehlens jeglicher entsprechender Merkmale ausschließen kann. Eine Handschrift dazu ist nicht nachweisbar.Somit kommt dem Manuskript neben der bei Mechetti erschienen Originalausgabe ein erstrangiger Quellenwert zu, der durch seine besondere graphische Schönheit unterstrichen wird.Den Ankauf förderten die Kulturstiftung der Länder, das Bundesministerium des Inneren, der Freistaat Sachsen und die Stadt Zwickau.