MitbeStimmungsorte

MitbeStimmungsorte

21 Museen intensivieren Transformationsprozess hin zu mehr Diversität und Partizipation

Das Pilotprojekt „MitbeStimmungsorte. Gesellschaftliche Teilhabe am Museum fördern“ der Kulturstiftung der Länder unterstützt Museen mit Werkstätten und Beratungsangeboten bei ihren Transformationsprozessen hin zu einer Diversifizierung der Struktur ihrer Besucherinnen und Besucher. Ein Projektausschuss wählte jetzt bundesweit 21 Museen aus, die ab Juli 2022 am Projekt teilnehmen.

Dazu Ina Brandes, Vorsitzende der Kulturministerkonferenz und Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen: „Unsere vielfältige Museumslandschaft bietet jedem Menschen etwas. Unser Ziel ist es, mehr Besucherinnen und Besucher für unsere Museen zu begeistern. Das Pilotprojekt MitbeStimmungsorte hilft dabei, Neugier bei Menschen zu wecken, die bislang nicht zu den Besuchern zählen. Ich bin gespannt auf die neuen Konzepte und Erkenntnisse, die im Projekt gewonnen und angewendet werden.“

Dazu Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder: „Wenn Museen kulturelle Teilhabe fördern und damit ihre eigene gesellschaftliche Relevanz steigern wollen, dann müssen sie reflektieren, unter welchen Bedingungen Mitbestimmung an Themen, Inhalten und Formaten des Museums gelingen und nachhaltig wirksam werden kann. Genau das soll in diesem Projekt in den Blick genommen werden. Ich freue mich, dass die Kulturstiftung der Länder im Auftrag der Ländergemeinschaft mit diesem innovativen Pilotprojekt 21 Museen bundesweit auf ihrem Weg hin zu einer diversifizierteren Struktur ihrer Besucherinnen und Besucher unterstützen kann. In der Auswahl der Museen für ‚MitbeStimmungsorte‘ spiegelt sich die deutsche Museumslandschaft wider – eine spartenübergreifende Auswahl und ein ausgewogenes Verhältnis kleiner und großer Museen in ländlichen Regionen und unterschiedlichen städtischen Kontexten. Ich verspreche mir von diesem Pilotprojekt viele Erkenntnisse, die für die Museumslandschaft insgesamt von Gewinn sein werden.“

Ziel von „MitbeStimmungsorte“ ist es, Museen darin zu unterstützen, individuelle Lösungen für eine Diversifizierung ihrer Besucherschaft zu entwickeln und darüber eine größere Teilhabe der vielfältigen Zivilgesellschaft am Museum zu ermöglichen. Dafür setzt das Projekt bei der Organisation der Museen sowie ihrer Einbindung in kommunale Netzwerke an.

Die Kulturministerkonferenz hatte nach einem Beschluss vom 13. März 2020 zum Positionspapier „Eintrittspreispolitik in Museen“ die Kulturstiftung der Länder beauftragt, einen Ideenkatalog zur Förderung gesellschaftlicher Teilhabe am Museum zu erstellen. Die Kulturstiftung der Länder entwickelte daraufhin gemeinsam mit der Arbeitsgruppe „Kulturelle Teilhabe“, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Bund, Ländern, Kommunen, Wissenschaft, Verbänden und kulturellen Einrichtungen, das Konzept zum Projekt „MitbeStimmungsorte“. Im Frühjahr 2022 wurden die Kulturministerien aller 16 Länder eingeladen, Museen für die Teilnahme am Projekt zu nominieren.

Auf Empfehlung eines Fachbeirats wählte der Projektausschuss am 1. Juli 2022 folgende 21 Museen für die Teilnahme am Projekt „MitbeStimmungsorte” aus:

  • Landesmuseum Württemberg, Stuttgart, Baden-Württemberg
  • Zeppelin Museum, Friedrichshafen, Baden-Württemberg
  • Freilandmuseum Oberpfalz, Nabburg, Bayern
  • Deutsches Hutmuseum Lindenberg, Lindenberg im Allgäu, Bayern
  • Deutsches Technikmuseum, Berlin
  • Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst, Cottbus und Frankfurt/Oder, Brandenburg
  • Focke-Museum, Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Bremen
  • Gerhard-Marcks-Haus, Bremen
  • Museum der Arbeit (Stiftung Historische Museen Hamburg), Hamburg
  • Schloss Wilhelmshöhe/ Museumslandschaft Hessen Kassel, Kassel, Hessen
  • Stadtgeschichtliches Museum der Hansestadt Wismar SCHABBELL, Wismar, Mecklenburg-Vorpommern
  • Kunstmuseum Bochum, Bochum, Nordrhein-Westfalen
  • Leopold-Hoesch-Museum, Düren, Nordrhein-Westfalen
  • Saarlandmuseum – Moderne Galerie, Saarbrücken, Saarland
  • Tuchfabrik Gebr. Pfau, Crimmitschau, Sachsen
  • Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum, Freyburg, Sachsen-Anhalt
  • Gleimhaus – Museum der deutschen Aufklärung, Halberstadt, Sachsen-Anhalt
  • Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf, Schleswig, Schleswig-Holstein
  • Annen-Museum, Lübeck, Schleswig-Holstein
  • Naturhistorisches Museum Schloss Bertholdsburg, Schleusingen, Thüringen
  • Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung – Sommerpalais Greiz, Greiz, Thüringen

Im September 2022 kommen Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Museen zum Auftakt des Werkstattprogramms zur ersten gemeinsamen Veranstaltung zusammen. Bis Juli 2023 finden in regelmäßigen Abständen weitere Werkstätten und individuelle Beratungsgespräche mit und in den Museen statt. Dort werden unter anderem Strategien diskutiert und Lösungsansätze aufgezeigt, wie sich die Museen strukturell so gut aufstellen können, dass eine Diversifizierung der Besucherschaft nachhaltig gelingt.