Erwerbungsförderung

Handschriftliche Fassung von Carl Maria von Webers „Jubel-Kantate“ op. 58 zurück in Dresden

Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) erwirbt die von Carl Maria von Weber (1786-1826) verfasste Reinschrift der Jubel-Kantate aus Privatbesitz. Das Werk komponierte Weber 1818 anlässlich des 50. Regierungsjubiläums von König Friedrich August I. von Sachsen (1750-1827). Die Kulturstiftung der Länder fördert den Erwerb des 96 Seiten umfassenden Manuskripts anteilig mit rund 36.000 Euro.

Dazu Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder: „Carl Maria von Weber verbrachte entscheidende Jahre seines Lebens und Wirkens in Dresden, hier schuf er auch die erfolgreiche und vielfach rezipierte Jubel-Kantate. Sein Wirken hat zahlreiche Spuren in der Stadt hinterlassen – so wurde er hier bestattet, und auch die Dresdner Musikhochschule ist nach ihm benannt. Umso mehr freut es mich, dass wir die SLUB bei der Erwerbung des Autographs, das Weber auch als Dirigier-Partitur diente, unterstützen konnten. Die SLUB Dresden hat es als eine der bundesweit führenden Bibliotheken im Bereich der Digitalisierung erneut geschafft, pünktlich zum Präsentationstermin das Werk Webers online zugänglich zu machen. Die Handschrift gewährt Einblicke in die Entstehungsgeschichte von Webers Werk und kann nun erstmalig auch umfassend erforscht werden.“

Carl Maria von Weber, der seit 1817 Königlicher Kapellmeister und Direktor der deutschen Oper in Dresden war, legte zur Feier des 50-jährigen Regierungsantritts des Königs Friedrich August I. von Sachsen verschiedene Kompositionen vor, darunter auch die Jubel-Kantate. Am 23. September 1818 wurde sie gemeinsam mit der Jubel-Ouvertüre in der Neustädter Kirche unter der Leitung des Komponisten selbst uraufgeführt. Die Veranstaltung galt als großer Erfolg. Bis circa 1958 befand sich die Reinschrift im Familienbesitz der Webers. Im gleichen Jahr wurde sie dann auf einer Auktion in London veräußert. 1972 tauchte sie erneut bei einer Versteigerung in New York auf und gelangte dann in Schweizer Privatbesitz. Aus diesem erwarb sie nun die SLUB Dresden.

Die Jubel-Kantate ist das einzige Werk Webers, das mit drei Texten unterlegt wurde. Die erworbene Handschrift enthält als einzige Partitur alle drei Textierungen. Der erste Text stammt von Friedrich Kind (1768-1843), ein zweiter Text von Amadeus Wendt (1783-1836), der nach der Uraufführung mit Bewilligung Kinds hinzugefügt wurde und ein dritter englischer Text, mit dem die Kantate bei Webers letztem Konzert am 26. Mai 1826 in London aufgeführt wurde. Bislang war die handschriftliche Partitur nur in einem alten Mikrofilm in der Staatsbibliothek zu Berlin zugänglich. Eine Stichvorlage wird zudem in Frankfurt aufbewahrt, in dieser hat Weber den zweiten Text mit roter Tinte hinterlegt. In der SLUB Dresden befindet sich bereits die Widmungspartitur, die mit der Jubel-Ouvertüre am 1. Oktober 1818 dem König überreicht wurde, sie enthält nur den ursprünglichen Text von Friedrich Kind.

Kontaktdaten

Hans-Georg Moek
Leiter Kommunikation
Tel +49 (0)30/89 36 35 29
presse@kulturstiftung.de

Kulturstiftung der Länder
Stiftung bürgerlichen Rechts
Lützowplatz 9
10785 Berlin
Tel +49 (0) 30 / 89 36 35 0
Fax +49 (0) 30 / 893 63 5 26

Carl Maria von Weber, autographe Dirigierpartitur Jubelkantate op. 58, 1818-1826, © Foto: SLUB Dresden, Ramona Ahlers-Bergner

Carl Maria von Weber, autographe Dirigierpartitur Jubelkantate op. 58, 1818-1826, © Foto: SLUB Dresden, Ramona Ahlers-Bergner

Download (2,3 MB)

Zeugnis des Einsatzes bei einer Londoner Aufführung: Zehn Tage vor seinem Tod nutzte Weber die Dirigierpartitur ein letztes Mal und fügte handschriftliche Notizen hinzu. Foto © SLUB Dresden, Ramona Ahlers-Bergner

Zeugnis des Einsatzes bei einer Londoner Aufführung: Zehn Tage vor seinem Tod nutzte Weber die Dirigierpartitur ein letztes Mal und fügte handschriftliche Notizen hinzu. Foto © SLUB Dresden, Ramona Ahlers-Bergner

Download (2,4 MB)