Kulturhauptstadt Europas 2025

Das Programm im Wandel

Das Programm „Kulturhauptstädte Europas“ wurde 1985 auf Initiative der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri vom Rat der Europäischen Gemeinschaft ins Leben gerufen. Die Idee dahinter ist, Europäerinnen und Europäer näher zusammenzubringen, indem der kulturelle Reichtum und die Vielfalt in Europa hervorgehoben werden.

Zunächst wurde je eine Stadt pro Jahr von den Regierungen der Mitgliedsstaaten zur Kulturstadt Europas ernannt. Anfänglich beschränkten sich die Vorgaben der Europäischen Gemeinschaft allein auf die organisatorischen Rahmenbedingungen, die Entscheidungsgewalt über die ausrichtenden Städte lag komplett bei den jeweiligen Nationalstaaten. Bis 1999 waren es vor allem Hauptstädte wie Athen, Amsterdam, Paris, Dublin, Madrid, Lissabon, Luxemburg, Kopenhagen oder Stockholm, Metropolregionen wie Berlin, Glasgow, Antwerpen und Thessaloniki oder auch kulturhistorisch hoch bedeutende Orte wie Florenz und Weimar, die Kulturstädte Europas wurden.

Nach 13 Jahren überarbeiteten das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union das Konzept. In dem Beschluss 1419/1999/EG wurde das Programm strukturell neu ausgerichtet und zu einer Gemeinschaftsaktion erhoben. Die Initiative bekam den neuen Namen „Kulturhauptstadt Europas“ und es wurde ein chronologisches Rotationsprinzip für die Jahre 2005 bis 2019 festgelegt. Insbesondere das Auswahlverfahren erfuhr massive Veränderungen. Nicht mehr die jeweiligen Länder, sondern ein internationales Panel bewertete ab diesem Zeitraum die von den Mitgliedsstaaten vorgeschlagenen Städte.

Um den 2004 der Europäischen Union beigetretenden mittel- und osteuropäischen Staaten eine Teilnahme zu ermöglichen, wurde der Beschluss 649/2005/EG umgesetzt. Ab 2007 wurden jährlich zwei Kulturhauptstädte Europas benannt, je eine aus den alten- und den neuen Mitgliedsstaaten.

Eine weitere Änderung im Regelwerk widerfuhr den Städten, die ab 2007 zur Kulturhauptstadt Europas gekürt wurden. Zur weiteren Verbesserung des Auswahlprozesses wurde am 24. Oktober 2006 der Beschluss 1622/2006/EG verabschiedet. Der Beschluss soll die europäische Dimension stärken, Wettbewerb zwischen den Bewerberstädten innerhalb der Mitgliedsstaaten fördern und die ausgewählten Städte stärker in der Vorbereitungsphase unterstützen.

Für den Zeitraum 2020 bis 2033 haben das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union in dem Beschluss Beschluss Nr.445/2014/EU die Ziele, Kriterien und das Auswahlverfahren weiter aktualisiert. Unter anderem wurde darin der Zeitplan für die Mitgliedsstaaten bis 2033 festgelegt. Eine zentrale Neuerung ist, dass ab 2020 alle drei Jahre EU-Beitrittskandidaten und EFTA/EWR-Staaten die Möglichkeit haben, sich ebenfalls um den Titel zu bewerben.

2025 ist Deutschland neben Slowenien berechtigt, zum vierten Mal eine europäische Kulturhauptstadt zu ernennen. Die Kultusministerkonferenz hat unter Berücksichtigung der EU-Regeln die Grundzüge des Auswahlverfahrens in Deutschland festgelegt (Beschluss vom 1. Juni 2017). Infolgedessen wurde die Kulturstiftung der Länder als Geschäftsstelle beauftragt, die praktische Organisation des nationalen Auswahlverfahrens in Deutschland zu übernehmen. Bereits 2004 war die Kulturstiftung der Länder mit der Durchführung des Auswahlprozesses der deutschen Kulturhauptstadt Europas 2010 betraut.

Nähere Informationen zum nationalen Auswahlverfahren für die Kulturhauptstadt Europas 2025 in Deutschland finden Sie hier.