Ausstellungsförderung

Die Tochter des Papstes

Das Landesarchiv Baden-Württemberg zeigt ab dem 10. September 2020 in der Ausstellung „Die Tochter des Papstes: Margarethe von Savoyen“ die bewegte Geschichte der Königin von Sizilien, Kurfürstin von der Pfalz und Gräfin von Württemberg – Margarethe von Savoyen (1420-1479). Am Beispiel der europaweit vernetzten Fürstin betrachtet die Ausstellung im Hauptstaatsarchiv Stuttgart die europäischen Verbindungen der höfischen Welt im späten Mittelalter. Die Kulturstiftung der Länder fördert die Schau mit 97.600 Euro.

Im Jahr 2020 jährt sich der Geburtstag von Margarethe von Savoyen zum 600. Mal. Aus diesem Anlass widmet ihr das Landesarchiv Baden-Württemberg im Verbund mit weiteren Partnern eine dreisprachige (deutsch, italienisch, französisch) Ausstellung, die auch Station in Turin in Italien und im schweizerischen Morges machen wird. Verbunden mit der höfischen Kultur des französischsprachigen Savoyen und Burgund sowie starken Bindungen nach Italien und in den deutschen Südwesten steht Margarethe von Savoyen bereits im Mittelalter für einen kulturellen Austausch und persönliche Vermittlung über Grenzen hinweg. Die Ausstellung bringt die Zeugnisse vom Leben der Fürstin zurück an die Orte ihrer Entstehung.

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Geboren als Tochter des Herzogs Amadeus VIII. von Savoyen (1383-1451) in Morges am Genfer See wuchs Margarethe im Herzogtum Savoyen auf. Ihr Vater wurde 1439 auf dem Konzil von Basel zum Gegenpapst Felix V. gewählt. Dreimal war von Savoyen verheiratet: mit Ludwig III. von Anjou (1403-1434), Titularkönig von Sizilien und Neapel, Kurfürst Ludwig IV. von der Pfalz (1424-1449) und Graf Ulrich V. von Württemberg (1413-1480). Die Repräsentantin des Hauses Savoyen pflegte ein beeindruckendes internationales Netzwerk kultureller und politischer Verbindungen. Ihr umfangreicher Schriftwechsel – über 150 Briefe werden im Hauptstaatsarchiv Stuttgart verwahrt – dokumentiert in der Ausstellung ihre Verbindungen und gibt ungewöhnliche Einblicke in die europäische Kulturgeschichte.

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Grundlage für das Ausstellungsprojekt bieten die zahlreichen Überlieferungen von Margarethe von Savoyen in Archiven, Bibliotheken und Museen im Südwesten Deutschlands. In Stuttgart fokussiert die Schau das Leben von Savoyen am Stuttgarter Hof – ihre Bibliothek, Schmuck, beauftragte Kunstwerke und persönliche Korrespondenz ermöglichen einen Vergleich ihrer savoyischen Herkunft mit der Hofkultur Württembergs. Neben den Beständen der Ausstellungsorte Stuttgart, Turin und Morges werden zahlreiche Schrift- und Bildzeugnisse sowie künstlerische Artefakte internationaler Leihgeber gezeigt. Unter ihnen auch die restaurierte Heiratsurkunde der ersten Ehe von Savoyen.

 

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Weitere Förderer: Italienische Generalkonsulat Stuttgart, Generalkonsulat der Schweiz