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Verdunkelte Idylle

Im Museum Schloss Doberlug brauchen zwei barocke Supraporten Ihre Unterstützung

von Babette Weber

Auf die Landkarte zurückgekehrt ist Schloss Doberlug 2014: Der Renaissancebau, von 1956 bis 1988 Kaserne der Nationalen Volksarmee der DDR und damit militärisches Sperr­gebiet, zog als Ort der Ersten Branden­burgischen Landesausstellung „Wo Preußen Sachsen küsst“ knapp 100.000 Besucher an. Sie erlebten ein glanzvoll restauriertes Ensemble, das sich auch nach der mehrmonatigen Präsentation als touristischer Anziehungspunkt im Süden Brandenburgs behauptet.

Schloss Doberlug, 1676 vollendet, © Foto: LKEE / Andreas Franke
Schloss Doberlug, 1676 vollendet, © Foto: LKEE / Andreas Franke

Der Bau, ab 1623 vom sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. als Jagdschloss geplant und begonnen und 1676 von seinem Sohn Christian von Sachsen-Merseburg als Nebenresidenz vollendet, gilt als einer der letzten sächsischen Renaissancebauten. Seine Wurzeln reichen jedoch viel weiter in die Geschichte zurück. Im Schloss sind Gebäude des ehemaligen Zisterzienserklosters Dobrilugk verbaut, das 1165 vom Markgrafen Dietrich von Landsberg gestiftet wurde. Auch wenn das Kloster­areal nicht mehr vollständig erhalten ist, beindrucken die verbliebene Kirche und das Refektorium noch immer. Sie gelten als bedeutende Beispiele der norddeutschen Backsteingotik und stehen in ihrer Bedeutung nicht hinter Chorin oder Lehnin zurück. Allerdings waren sie aufgrund der Kasernennutzung in der DDR weitestgehend in Vergessenheit geraten.

Der Landesausstellung folgte eine Museumsgründung – ein Gemeinschafts­werk des Landkreises Elbe-Elster und der Stadt Doberlug-Kirchhain. Das Museum zeigt im Interim wechselnde Sonderausstellungen und bereitet für den Juli 2017 eine erste Dauerausstellung vor. Sie erzählt die Geschichte des Ortes, weitet aber auch den Blick auf das sächsisch-preußisch-brandenburgische Grenzland aus, in dem sich Doberlug befindet. Einer der Ausstellungssäle wird dem Wirken des Adels in dieser Region gewidmet; sei es als Schloss-Erbauer und als Förderer der Künstler, als Unternehmer oder als sächsisch-preußische Grenzgänger. Befürchtete man anfangs, dass es hier besonders schwierig sein würde, an Ausstellungsobjekte zu gelangen, trat schnell das Gegenteil ein. Die Kuratoren Peter Langen und Stefanie Fink recherchierten eine derartige Objektfülle, dass man gelegentlich die Qual der Wahl hatte. Um in einer Ausstellung präsentiert werden zu können, müssen jedoch etliche Objekte restauriert werden, darunter die verbeulte Dachbekrönung des Dahmer Schlosses, eine Postmeilensäule, die jahrzehntelang einen regionalen Vorgarten zierte, oder eine Reihe von Gemälden. Eine große Aufgabe für ein Museum ohne nennenswerten Sammlungsbestand, das sich in der Gründungsphase befindet.

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Unter den restaurierungsbedürftigen Gemälden fallen zwei Supraporten des nur 50 Kilometer entfernten Schlosses Martinskirchen auf. Der sächsische Obersteuereinnehmer Friedrich Wilhelm Graf von Brühl ließ sich hier 1751 bis 1756 ein Jagd- und Lustschloss errichten, für dessen Innenausstattung er Stefano Torelli (1712 –1784) und Christian Ernst Wilhelm Dietrich, genannt Dietricy, (1712 –1774) engagierte. Dietricy werden die beiden Supraporten zugeschrieben, die sich einst im Martinskirchener Jagdsaal befanden und künftig sächsisch-barocke Adels- und Schloss­kultur in der Doberluger Ausstellung repräsentieren sollen. Obwohl die beiden Gemälde die Zeiten recht gut überdauert haben, bedürfen sie doch der fachkun­digen Restauratorenhand. Unter dem stark nachgedunkelten Firnis ist barocke Farbkraft zu vermuten. Er muss abgenommen und erneuert, Schäden sollen retuschiert werden. Verloren gegangen sind auch die Rocaillefassungen, mit denen die Gemälde über den Türen befestigt waren. Hier einen adäquaten Ersatz zu schaffen, ist ebenfalls ein großer Wunsch des Museums. Insgesamt schlagen diese Restaurierungen mit 8.450 Euro zu Buche –  eine Summe, die das Museum Schloss Doberlug nicht alleine aufbringen kann.

Bitte unterstützen Sie die Restaurierung der beiden Gemälde und tragen Sie dazu bei, diese Vertreter ländlich-säch­sischer Adelskultur östlich der Elbe zu erhalten und der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich zu machen!

Wir bitten Sie herzlich, liebe Leserin und lieber Leser, um Unterstützung für das Museum Schloss Doberlug. Spenden Sie für die Restaurierung der beiden Gemälde von Dietricy und überweisen Sie bitte unter dem Stichwort „Schloss Doberlug“ auf eines der Konten der Kulturstiftung der Länder. Vielen Dank!

Hier finden Sie alle Informationen zu den Spendenmodalitäten!

Babette Weber

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums Schloss Doberlug.

Museum Schloss Doberlug
Schlossplatz 1, 03253 Doberlug-Kirchhain
Telefon 035322- 6888520
Öffnungszeiten:
April bis September  Di – So 10 –18 Uhr,
Oktober bis März  Di – So 10 –17 Uhr
Museum-schlossdoberlug@lkee.de
http://www.museumsverbund-lkee.de