KINDER ZUM OLYMP!-KONGRESS 2017

Think Global!

Wie kann, wie muss Kunst- und Kulturvermittlung, wie kann kulturelle Bildung in einer globalisierten Welt aussehen, in der Grenzen verschwimmen und sich auflösen und eine nie gekannte kulturelle Vielfalt Alltag ist? Der achte Kinder zum Olymp!-Kongress in Düsseldorf hat sich auf die Suche nach Antworten gemacht

von Dr. Margarete Schweizer

„Auch die (kulturelle) Bildung überschreitet … Grenzen, verlässt den Seminarraum, das Atelier, die ‚Tempel‘ der Künste und muss sich neu sortieren. Dabei hilft der Fokus auf die beiden Seiten der Moderne als Fortschritts- und als Verfallsgeschichte. Als Bildungsakteure kennen wir diese beiden Seiten der Moderne sehr gut und wissen auch um deren eurozentristischen … Charakter – das sollten wir im Hinterkopf behalten“, so der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, in einer der programmatischen Auftaktreden des achten Kinder zum Olymp!-Kongresses, der unter dem Titel „Zusammenspiel. Kulturelle Bildung im Spannungsfeld globaler Prozesse“ am 27. und 28. April 2017 in Düsseldorf stattfand.

Die Rolle der Kultureinrichtungen und Künstler in diesen Prozessen thematisierte Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: „Angesichts einer ‚Hyper‘-Globalisierung, bei der nationale Grenzen verschwinden, wird der Lokalpatriotismus beflügelt und der Wunsch nach realen Grenzen in Form von Mauern wieder größer. Kulturelle und insbesondere transkulturelle Bildung, die den Fokus auf das Verständnis zwischen unterschiedlichen Kulturkreisen legt, ist heute umso wichtiger denn je.“ Wie dies in der Praxis aussehen kann, zeigte anschaulich Magaly Cabral, Direktorin des Museu da República, Rio de Janeiro. Ihre Botschaft: Kultureinrichtungen sind auch soziale Einrichtungen, die ihre Türen für alle öffnen sollten. „Learning from Brazil“ hieß dieser Botschaft entsprechend der Untertitel ihres Vortrags.

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Wie die Praxis kultureller Bildung unter diesen Prämissen aussehen kann, zeigten die nationalen und internationalen Beispiele aus Kultureinrichtungen und Schulen, aus Kindergärten und Kommunen, die in den interaktiven Foren des Kongresses im unmittelbaren Austausch zwischen Referenten und Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert wurden. Über 400 Akteure der kulturellen Bildung aus Kultur, Schule und Verwaltung hatten sich zum Kongress im Düsseldorfer Schauspielhaus im Central eingefunden, der auch dieses Mal wieder von der Kulturstiftung der Länder gemeinsam mit der Kulturstiftung des Bundes und der Bundeszentrale für politische Bildung veranstaltet wurde. Förderer des Kongresses waren das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport und das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Landeshauptstadt Düsseldorf.

Eine Kongressdokumentation wird zum Herbst auf www.kulturstiftung.de/kinder-zum-olymp erscheinen.