Erhalt schriftlichen Kulturguts

Schriften retten

Wie Modellprojekte der Koordinierungsstelle für die Erhaltung schriftlichen Kulturguts (KEK) gegen Zerfall und Tintenfraß kämpfen.

König David mit der Harfe. Miniatur aus dem Chorbuch II der Naumburger Domstiftsbibliothek, 15. Jh.; Domstiftsbibliothek Naumburg
König David mit der Harfe. Miniatur aus dem Chorbuch II der Naumburger Domstiftsbibliothek, 15. Jh.; Domstiftsbibliothek Naumburg

Sie sind der geschriebene Schatz des Naumburger Doms: Die acht großformatigen, illuminierten Chorbücher aus dem späten Mittelalter. Reicher Schmuck mit großen Miniaturen, Initialgestaltungen und Blattverzierungen macht sie zu eindrucksvollen Zeitzeugen vergangener Liturgien. Denn trotz Reformation waren sie auch später noch im Dauereinsatz bei Gottesdiensten – was ihrem Zustand aber ziemlich zusetzte.Vor allem durch mechanische Beschädigungen ist es zu Rissen und Knicken im Pergament gekommen, Bestoßungen sind zu beklagen, die dicken Holzdeckel-Einbände haben sich teilweise verformt und gefährden so die wertvollen Pergamentblöcke der Bücher, die Malschichten der Illuminationen sind bereits geschädigt. Für Texte und Noten wurde großzügig Eisengallustinte verwendet, dadurch droht den wertvollen Schriften auch noch der Tintenfraß. Doch jetzt wird der kostbaren Chorbuch-Gruppe geholfen. Ein Restaurierungsprojekt rettet die seltenen Handschriften und sorgt in Zukunft für eine sichere, schonende Aufbewahrung. Die „Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts“ (KEK), eine Gründung der Kulturstiftung der Länder gemeinsam mit dem Bund, unterstützt das Modellprojekt. Mittlerweile konnten auf vergleichbare Weise deutschlandweit bereits 133 Projekte für den Erhalt unseres reichen schriftlichen Kulturerbes gefördert werden. Für den dauerhaften Erhalt unseres schriftlichen Kulturerbes sind aber weitere Mittel in mehrstelliger Millionenhöhe nötig. Nur so können wir diese Schätze für die nachfolgenden Generationen erhalten.