Erwerbungsförderung

Nachtstück für Greifswald

Das Pommersche Landesmuseum Greifswald erwirbt das Gemälde „Swinemünde bei Mondschein“ von Johan Christian Dahl aus dem Jahr 1840. Die Kulturstiftung der Länder unterstützte den Ankauf.

Johan Christian Dahl, Swinemünde bei Mondschein, 1840
Johan Christian Dahl, Swinemünde bei Mondschein, 1840

Das Pommersche Landesmuseum Greifswald besitzt eine bedeutende Kollektion romantischer Malerei, deren Schwerpunkt auf den Werken des berühmtesten Künstlers der Stadt, Caspar David Friedrich, liegt, der hier geboren wurde. Konsequent bemüht sich das Haus um eine sinnvolle Erweiterung und Ergänzung dieser Sammlung, wobei es der Sammlung nach Friedrichs Gemälde „Zum Licht hinaufsteigende Frau (Caroline auf der Treppe)“ unlängst noch das Gemälde „Ruine Eldena im Mondschein“ von Carl Gustav Carus hinzufügen konnte.

Seit vielen Jahren wartete das Museum auf die Gelegenheit, ein Gemälde von Johan Christian Dahl (1788–1857) zu erwerben, dem großen norwegischen Romantiker, der lange in Dresden als Freund und Weggefährte Caspar David Friedrichs lebte. Zudem erhoffte man sich ein Werk von Dahl mit einem Motiv, das der pommerschen Region entstammt. Mit dem Ankauf des Gemäldes „Swinemünde bei Mondschein“ aus dem Kunsthandel schließt das Museum nun glanzvoll die Lücke eines fehlenden Dahls in seinen Beständen. Die Kulturstiftung der Länder, die Ernst von Siemens Kunststiftung und die Otto Wolff Stiftung unterstützten die Erwerbung.

Der norwegische Landschaftsmaler Johan Christian Dahl reiste im Herbst 1839 von Norwegen nach Dresden an Swinemünde vorbei. Dabei entstanden vom Deck des Schiffes aus zwei kolorierte Bleistiftskizzen, die erste Motive des jetzt angekauften Gemäldes zeigen. Nach zwei Ölstudien, die er in Erinnerung seiner Reise in Dresden ausführte, entstand schließlich als freie Komposition unter Verwendung zahlreicher Details der Studien das Bild „Swinemünde bei Mondschein“: Auch Caspar David Friedrich, Dahls Wohnungsnachbar in Dresden seit 1820, vereinigte in seinen Werken Motive, die in der Zusammenstellung nicht mehr den tatsächlichen topographischen Gegebenheiten verhaftet waren. Das Gemälde Dahls erinnert auch an holländische Vorbilder des 17. Jahrhunderts, die damals Landschaften im Mondschein zu einem populären Sujet machten.

Unter dem virtuos gemalten Himmel zeigt sich bilddominierend eine Mühle, Swinemünde erscheint im Mondlicht als Silhouette. Ein Segelboot vor der Hafeneinfahrt und einige Ruderboote ergänzen das stimmungsvolle Nachtstück Dahls. Der hochaufragende Kirchturm der Stadt ist eine freie Erfindung des Künstlers, ihn gab es zu dieser Zeit in Swinemünde nicht.

Das Pommersche Landesmuseum freut sich besonders, dass mit Dahls Gemälde – neben seiner kunsthistorischen Bedeutung – nun ein Werk von so hoher regionalgeschichtlicher Bedeutung für Greifswald erworben werden konnte.