Erwerbungsförderung

Nachlass von F. K. Waechter für Hannover

Die Erwerbung des vollständigen zeichnerischen Nachlasses des Frankfurter Künstlers Friedrich Karl Waechter ist ein Glücksfall für das Wilhelm-Busch-Museum, dem Hannoverschen „Deutschen Museum für Karikatur und kritische Grafik“. Die Kulturstiftung der Länder unterstützte den Ankauf.

F. K. Waechter, Coverentwurf für "Glückliche Stunde", 1986
F. K. Waechter, Coverentwurf für „Glückliche Stunde“, 1986

Von den frühen Arbeiten für die Zeitschrift pardon über prominente Blätter seiner bekannten Cartoon-Bücher oder für das Satiremagazin Titanic bis hin zu noch unveröffentlichten Werken: Die Erwerbung des vollständigen zeichnerischen Nachlasses des Frankfurter Künstlers Friedrich Karl Waechter ist ein Glücksfall für das Wilhelm-Busch-Museum, dem Hannoverschen „Deutschen Museum für Karikatur und kritische Grafik“. Die Kulturstiftung der Länder unterstützte gemeinsam mit weiteren Förderern den Ankauf.

Rund 3.500 Blätter umfasst der Nachlass, der einen der wichtigsten deutschen Karikaturisten, Grafiker, Kinderbuch- und Bildergeschichtenautor und drama­tischen Schriftsteller in allen Schaffensperioden und in der ganzen künstlerischen Vielfalt und großen Produktivität in Hannover präsentieren wird. Von vollständig erhaltenen Bildfolgen, den Klassikern des Diogenes-Verlages bis zur letzten un­veröffentlichten Bilderzählung „Höllenhund“, aber neben den publizierten Arbeiten auch unbekannte Varianten von Einzelblättern – ein vollkommen neuartiger Einblick in die systematische Arbeitsweise Waechters wird in Hannover möglich sein.

Friedrich Karl Waechter (1937–2005) begleitete bereits seit den frühen 1960er Jahren kritisch und ironisch die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Wort und Bild. Mit künstlerisch unverwechselbarem Ausdruck wurde Waechter mit seinen Cartoons, Bilderbüchern und Theaterstücken einem breiten Publikum bekannt. Zunächst als Zeichner der Satirezeitschrift pardon, später als ein zentrales Mitglied der Künstlergruppe „Neue Frankfurter Schule“ neben Robert Gernhard und F. W. Bernstein, prägte er die satirische Auseinandersetzung mit der Adenauer-Ära und später in Frankfurt die ironische Kommentierung der 68er-Studenten­bewegung. Meisterhaft verband Waechter Nonsens und Komik, absurden Witz und subtile Ironie. 1979 ging aus der „Neuen Frankfurter Schule“ die Zeitschrift Titanic hervor. Ab den 70er Jahren veröffentlichte Waechter auch Bilderbücher und vielbeachtete Kinderliteratur und wurde mit seinen Theaterstücken – auch für Kinder – häufig auf deutschen Bühnen gespielt.