Erwerbungsförderung

Lehmbrucks Nachlass gesichert

Der umfangreiche Nachlass des Bildhauers Wilhelm Lehmbruck wird von der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder erworben.

Wilhelm Lehmbruck, Mutter und Kind, 1917/18
Wilhelm Lehmbruck, Mutter und Kind, 1917/18

In einer konzertierten Finanzierungskoalition ist es der Kulturstiftung der Länder gemeinsam mit der Stadt Duisburg, dem Land Nordrhein-Westfalen, der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen, dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und verschiedenen Wirtschaftsunternehmen gelungen, den Erwerb des umfangreichen Nachlasses von Wilhelm Lehmbruck für die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg zu ermöglichen.

Das Wilhelm Lehmbruck Museum und die Stadt Duisburg haben seit 1925 eine große Lehmbruck-Sammlung aufgebaut, sie umfasst heute den größten Teil des plastischen Werks des Künstlers, allerdings nur wenige Gemälde, Pastelle, Zeichnungen und Druckgrafiken. Mit dem Lehmbruck-Nachlass, den die Erbengemeinschaft Wilhelm Lehmbruck veräußert, erwirbt das Duisburger Museum jetzt nicht nur bisher fehlende plastische Hauptwerke der Reifezeit, sondern auch das unwiederbringliche und beinahe vollständige malerische, zeichnerische und druckgrafische Werk in seiner ganzen Vielfalt. 33 Skulpturen, 18 Gemälde, 11 Pastelle, 819 Zeichnungen und 260 Druckgrafiken, insgesamt 1.141 Werke Lehmbrucks gehen in das Eigentum des Wilhelm Lehmbruck Museums über.

Um zu einer fundierten Einschätzung der Skulpturen zu gelangen, ermittelte die Kulturstiftung der Länder in Zusammenarbeit mit der Erbengemeinschaft das präzise Entstehungsdatum der einzelnen Güsse sowie die genaue Differenzierung in Güsse zu Lebzeiten und postume Güsse für nahezu das gesamte Konvolut.

Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) zählt national wie international zu den bedeutendsten und beeindruckendsten Bildhauern der Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Unter dem Einfluss von Rodin und Maillol hat Lehmbruck wie kein anderer Künstler durch seine bis zur Abstraktion gesteigerte Expressivität dem modernen Menschenbild einen völlig neuen und eigenständigen künstlerischen Ausdruck verliehen. In seinem Berliner Atelier wählte Lehmbruck 1919 den Freitod.

Mit der Erwerbung des Nachlasses bietet sich Europas einzigartiger, internationaler Skulpturensammlung der Moderne in Duisburg die seltene Möglichkeit, nahezu das gesamte Schaffen eines bedeutenden Künstlers dauerhaft an einem Ort der Öffentlichkeit und auch der Forschung zugänglich machen zu können.