Erwerbungsförderung

Kaffee in Mönchengladbach

Mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder gelang dem Museum Abteiberg in Mönchengladbach der Ankauf des „Kaffeezimmers” von Gregor Schneider – Raum 10 seines legendären Werkkomplexes „Haus u r“, der von Mitte der 1980er Jahre bis 2001 in seinem vom Vater überlassenen Elternhaus in Rheydt entstand.

Gregor Schneider, Raum 10, Kaffeezimmer, 1993, aus dem Werkkomplex „Haus u r“
Gregor Schneider, Raum 10, Kaffeezimmer, 1993, aus dem Werkkomplex „Haus u r“

Mit Unterstützung u.a. der Kulturstiftung der Länder gelang dem Museum Abteiberg in Mönchengladbach der Ankauf des „Kaffeezimmers” von Gregor Schneider – Raum 10 seines legendären Werkkomplexes „Haus u r“, der von Mitte der 1980er Jahre bis 2001 in seinem vom Vater überlassenen Elternhaus in Rheydt entstand. Das zu den wichtigsten und zentralen Raumensembles zählende „Kaffeezimmer“ stammt aus der richtungweisenden, frühen Schaffensphase zwischen 1988 und 1993 und kann als Versinnbildlichung der Idee „Haus u r“ selbst angesehen werden.

„Haus u r“ verdeutlicht die in einem außergewöhnlichen Maß überschrittene Relation zwischen Künstler und Werk. In einer beklemmenden, unwirklich verschachtelten Abfolge zahllos erscheinender Kammern und Räume, die durch ein Labyrinth aus Tunneln und Korridoren miteinander verbunden sind, lässt sich „Haus u r“ als eine Art „Mental Scape“, eine geistige Landschaft, begreifen.

Gregor Schneider, geboren 1969 in Rheydt bei Mönchengladbach, zählt international zu den bedeutendsten Künstlern seiner Generation. Spätestens seit 2001 auf der 49. Biennale von Venedig ist Schneider mit seinem unverwechsel baren, ortspezifischen Schlüsselwerk „Haus u r“ einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Das nur sieben Kilometer vom Elternhaus Schneiders entfernt gelegene Museum Abteiberg in Mönchengladbach, das bereits im Besitz des Raumes „Abstellkammer“ ist, erwirbt mit dem aus rheinischem Privatbesitz stammenden „Kaffeezimmer“ einen zentralen Bestandteil des sonst in musealen Beständen selten vertretenen Werkkomplexes. Dass das „Kaffeezimmer“ in seiner Heimatstadt verbleibt und in ausgezeichneter Weise das Sammlungsprofil des Museums Abteiberg weiter schärft, bedeutet nicht nur für das Museum selbst, sondern auch für die rheinische Museumslandschaft einen einzigartigen Zugewinn.

Um dem ursprünglich ortspezifischen Werk im Museum Abteiberg Rechnung zu tragen, entwarf Gregor Schneider eigens eine Sammlungspräsentation aus acht Räumen, davon sind sechs originale Räume des „Haus u r“.