Netzwerk Kinder zum Olymp!

Kultur.Forscher!

Experimente mit Knall und Rauch in Chemie oder Waldexkursionen mit Lupe und Pinzette in Biologie: Viele haben eine Vorstellung davon, wie Kinder und Jugendliche in naturwissenschaftlichen Fächern forschend lernen können. Das Programm Kultur.Forscher! zeigt, dass forschendes Lernen auch im Bereich Kunst und Kultur gelingt und nicht nur den Unterricht, sondern die ganze Schule verändern kann.

Als Kultur.Forscher! setzen sich Schülerinnen und Schüler seit 2008 aktiv mit kulturellen Aspekten ihrer Lebenswelt auseinander. Sie stellen eigene Fragen und suchen selbstständig mithilfe vieler Methoden nach Antworten: Sie recherchieren, beobachten, befragen, sammeln, arrangieren, filmen, malen oder beschreiben. Dabei holen sie sich Anregungen von KünstlerInnen, HistorikerInnen, SoziologInnen, der/m BürgermeisterIn oder anderen ExpertInnen. Am Ende ihrer kulturellen Forschungsreise tauschen sie sich über ihre Erfahrungen aus, präsentieren ihre Ergebnisse – und stellen neue Fragen.

Dabei entdecken sie Kunst und Kultur für sich. Und sie lernen: Forschungsmethoden, kreatives Denken, Lernstrategien und produktiven Umgang mit neuem Wissen, aber auch Präsentationsformen, Körperwahrnehmung, Sprachbeherrschung, Sozialverhalten und vieles mehr.

Kultur.Forscher! ist ein Programm der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, welches bis 2016 mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung als Initiator umgesetzt wurde. Seit 2017 wird das Kultur.Forscher!-Programm in Kooperation mit der Philipps-Universität Marburg weitergeführt.

© K. Uldbaek Nielsen / DKJS 2015
© K. Uldbaek Nielsen / DKJS 2015

Das Programm auf einen Blick:

Was?
Das Programm Kultur.Forscher! unterstützt Schulen und ihre Kulturpartner dabei, den Ansatz der Ästhetischen Forschung in der Schule zu erproben und zu verankern.

Wer?
Kinder und Jugendliche (Sek. 1), LehrerInnen und Kulturpartner

Wo?
26 Schulen in Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein (bis 2011 auch in Berlin, Hamburg, Rostock, München)

Wann?
Seit 2008

Wie?
Kultur.Forscher! vernetzt Schulen länderübergreifend und bundesweit, damit sie von- und miteinander lernen können. Das Programm bietet den Schulen fachliche Beratung, wissenschaftliche sowie künstlerische Impulse.

Die Leitidee:
Bei Kultur.Forscher! kooperieren Schulen mit Kulturinstitutionen. Lehrkräfte entwickeln gemeinsam mit ExpertInnen aus dem Kulturbereich Vorhaben und Projekte, in denen Kinder und Jugendliche kulturelle Phänomene erforschen. Aber nicht die LehrerInnen oder die Kulturpartner, sondern die Schülerinnen und Schüler selbst sind die Kapitäne auf diesen Entdeckungsreisen: Sie stellen die Fragen, sie bestimmen den Weg und das Ziel.

Leitidee und Grundlage für solche Forschungsprojekte ist die von Helga Kämpf-Jansen begründete Ästhetische Forschung. Deren Kern ist die Vernetzung von Alltagserfahrungen, künstlerischen und wissenschaftlichen Methoden. Im Mittelpunkt der Forschungsprojekte stehen die Interessen und Fragen der Forschenden und die individuellen Forschungswege, die sie einschlagen. Am Ende stehen individuelle, künstlerische Ergebnisse.

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© DKJS

Neu bei Kultur.Forscher!:

Die PwC-Stiftung unterstützt seit 2017 mit insgesamt rund 300.000 Euro das Projekt „Ästhetische Forschung als Teil nachhaltiger Schulentwicklung“ und damit das Anliegen des Weiterbildungsmasters „Kulturelle Bildung in Schulen“ der Philipps-Universität Marburg ein Referenznetzwerk für Kulturelle Bildung einzurichten.

Hierbei geht es um 26 Schulen und ihre jeweiligen kulturellen Partnerinstitutionen, die im Kultur.Forscher!-Programm als Netzwerk zusammenarbeiten. Dieses Netzwerk wurde 2008 von der PwC-Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung ins Leben gerufen. Durch das neu entstehende Referenznetzwerk erhalten die Studierenden großes Praxis- und Erfahrungsfeld, in dem praxisnahe Erkundungen sowie wissenschaftliche Untersuchungen möglich sind. Andererseits werden die 26 Schulen und ihre kulturellen Partnerinstitutionen durch das Knowhow des Studiengangs in ihrer Arbeit unterstützt. Durch bundeslandbezogene regionale sowie überregionale Treffen mit den Akteuren fördert das Projekt den methodischen Ansatz der Ästhetischen Forschung für alle Fächer wie auch die nachhaltige Verankerung der Netzwerkaktivitäten im Kontext von System Leadership, bei dem die regionalen Netzwerkpartner gemeinsam Verantwortung für die gelingende Arbeit tragen.

Über die Stiftung:

Seit ihrer Gründung im Jahr 2002 hat die PwC-Stiftung etwa 450 Projekte mit insgesamt über 14 Millionen Euro unterstützt. Die Stiftung wurde von Führungskräften der PwC GmbH ins Leben gerufen. Sie unterstreicht, dass die Verantwortung von Unternehmen und ihren Führungskräften heute weit über den rein wirtschaftlichen Erfolg hinausreicht. PwC ist in Deutschland mit über 10.000 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von rund 1,9 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften. Unter dem Dach des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft unterstützt die Stiftung bundesweit Projekte der ästhetischen Kulturbildung und der werteorientierten Wirtschaftsbildung für Kinder und Jugendliche. Ihr Fokus liegt dabei auf modellhaft angelegten Vorhaben von Kultur- und Bildungseinrichtungen, die sich durch ihre Konzeption und Kreativität, ihren Inhalt und vernetzte Denkansätze oder neuartige Vermittlungsformen auszeichnen.