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Kampf dem Rost

Die „Varusschlacht im Osnabrücker Land“ bittet um Ihre Hilfe bei der Restaurierung tausender Eisenobjekte.

von Dr. Joseph Rottmann

Von innen verrostete und durch Korrosion aufgeplatzte Eisentrense eines Maultiers, 9 n. Chr. Die Bearbeitung mit einer Entsalzungsmaschine könnte die weitere Zerstörung verhindern
Von innen verrostete und durch Korrosion aufgeplatzte Eisentrense eines Maultiers, 9 n. Chr. Die Bearbeitung mit einer Entsalzungsmaschine könnte die weitere Zerstörung verhindern.

Weite Teile Germaniens sind von römischen Truppen besetzt, als Publius Quinctilius Varus und sein Heer auf dem Rückmarsch ins Winterlager in einen Hinterhalt gelockt werden. Drahtzieher der Verschwörung ist der Cherusker Arminius. In wenigen Tagen werden die 17., 18. und 19. Legion von germanischen Kriegern niedergemetzelt. Die tragische Niederlage geht als „Varusschlacht“ in die Geschichte ein. Seit der Entdeckung der Tacitus-Annalen im 16. Jahrhundert wurde gerätselt, wo die Varusschlacht stattgefunden hat. Mittlerweile ist man sich sicher: In Kalkriese finden seit 1989 archäologische Grabungen zur Varusschlacht statt. Die spektakulären Ausgrabungsergebnisse und Funde werden im Museum der Varusschlacht im Osnabrücker Land präsentiert. Aber was bleibt von einer Schlacht, die mehr als 2.000 Jahre zurückliegt?

Über 6.000 Funde sind bisher ans Tageslicht gekommen – Prunkstück ist die römische Gesichtsmaske eines Reiterhelms. Viele der auf dem antiken Schlachtfeld gefundenen Objekte bestehen aus Eisen, dem gän­gigen Gebrauchsmaterial der Antike. Unter den Eisenfunden befinden sich Pilumzwingen, Sicheln, Wurfgeschosse und viele weitere aufschlussreiche Hinterlassenschaften der Schlacht im Jahr 9. n. Chr. Doch 2.000 Jahre hinterlassen Spuren. In Museum und Park Kalkriese nimmt sich Restauratorin Christiane Matz der fachgerechten Restaurierung der Funde an. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die nicht nach der Restaurierung des jeweiligen Fundstückes endet. Insbesondere der hohe Salzgehalt im Eisen und die dadurch entstehende Korrosion erfordern eine stetige Nachbearbeitung.

In Kalkriese ist diese Problematik besonders durch sandige Böden und die starke landwirtschaftliche Nutzung ausgeprägt. Salze, über Jahre in das Eisen eingedrungen, lagern sich ab und verbinden sich mit dem Wasser aus der Luftfeuchtigkeit. Die eingelagerten Salze im Eisen quellen auf und sprengen von innen heraus die Funde. Die wertvollen Objekte, die wichtige Erkenntnisse zur Varusschlacht und dem Leben vor 2.000 Jahren versprechen, bekommen Risse und platzen auf. Um die vollkommene Zerstörung zu verhindern, müssen die Salze aus dem Eisen entfernt werden. In Kalkriese wird dies momentan durch eine fortwährende Restaurierung und durch ideale Lagerbedingungen bei einer Luftfeuchtigkeit von 25 Prozent erreicht. Doch nur durch eine vollständige Entsalzung können die Objekte wirksam restauriert werden. Zur dauerhaften Erhaltung der Eisenfunde möchte die Varusschlacht im Osnabrücker Land künftig die Eisenobjekte in einer Entsalzungsanlage vom Salz befreien. Eine nachhaltige und an neuesten wissenschaft­lichen Erkenntnissen orientierte Entsalzung der Funde wäre durch die Anschaffung der geeigneten Anlagen möglich.

Der Verpflichtung zur Erhaltungs- und zur Bestandspflege kann die Varusschlacht im Osnabrücker Land durch die professionelle Entsalzung grundlegend und effektiv nachkommen: Dafür müssen ein sogenanntes Wasserbad, auch „Bain Marie“ genannt, diverses technisches Zubehör, ein Vakuum-Trockenschrank und ein Magnetrührer mit Heizfunktion angeschafft werden. Insgesamt werden dafür 15.200 Euro benötigt. Dafür bitten wir Sie herzlich um Ihre Unterstützung!

Dr. Joseph Rottmann

ist Geschäftsführer der Varusschlacht im Osnabrücker Land – Museum und Park Kalkriese.

Für weitere Informationen:

Varusschlacht im Osnabrücker Land – Museum und Park Kalkriese
Venner Straße 69, 49565 Bramsche-Kalkriese
Telefon: 05468-92 04 24
http://www.kalkriese-varusschlacht.de/