Ausstellungsförderung

Irdische Paradiese

In der Sonderausstellung „Das Paradies auf Erden. Flämische Landschaftsmalerei von Bruegel bis Rubens“ gewährt die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden erstmals Einblick in die Vielfalt ihrer Sammlung flämischer Landschaftsmalerei des frühen 16. bis Anfang des 18. Jahrhunderts. Eine malerische Suche nach dem Paradies.

Vom Turmbau zu Babel über die Arche Noah bis hin zum Vogelweiher vor römischen Ruinen – kein Motiv war den flämischen Landschaftsmalern fremd, als sie mit ihren fantasiereichen Inszenierungen der Natur ein völlig neues Genre begründeten. Eher Traum als Wirklichkeit, begegnet uns die Natur als ein Sehnsuchtsort voller Harmonie und Seelenruhe – ein Garten Eden, bevölkert von Mensch und Tier, Fabelwesen, mythologischen Gestalten und Heiligen.

Jan Breughel d. J. und Nachahmer, Paradieslandschaft mit der Erschaffung der Tiere; Gemäldegalerie Alte Meister © Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Jan Breughel d. J. und Nachahmer, Paradieslandschaft mit der Erschaffung der Tiere; Gemäldegalerie Alte Meister © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Mit Meisterwerken aus der Hand von Peter Paul Rubens (1577–1640),  Hans Bol (1534–1593), Roelant Savery (1576–1639) oder Pieter Bruegel (1525–1569)  erlebt dieses goldene Zeitalter der Landschaftsmalerei seine Wiedergeburt in der Dresdner Ausstellung. Mehr als zwei Jahrhunderte suchten die Künstler nach malerischer Befriedigung ihres Verlangens nach einem Leben im Einklang mit der Schöpfung. Ausdruck fand dieses Bedürfnis in den überbordenden Motiven von Gemälden, Stundenbüchern und Kupferstichen.

Das 16. und 17. Jahrhundert: Zeitalter der großen Weltumrundungen und spektakulären Entdeckungen, die das Weltbild auf den Kopf stellen. Exotische Tiere und rätselhafte Artefakte aus der „Neuen Welt“ wecken bei Jung und Alt die Begeisterung für Naturkunde und Kartografie.  Die Handelszentren Brüssel und Antwerpen blühen zu pulsierenden Kunstmetropolen auf.  Im Strudel dieser neuen Eindrücke schwelgen die flämischen Landschaftsmaler in einer Natur, die mit der Realität nicht mehr viel gemein hat. In fantasievoll überhöhten malerischen Darstellungen entfalten sie eine neue Welt: wahrhaft ein irdisches Paradies.

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In der Kunsthalle des Lipsiusbaus wird dieses Paradies auf Erden auch heute wieder erfahrbar, und das in neuem Glanz: Viele der gezeigten Werke erblicken erstmals nach mehrjährigen Restaurierungsarbeiten wieder das Licht der Öffentlichkeit. Hochkarätige Werke aus europäischen Museen ergänzen die Präsentation des Sammlungsbestands. Leihgeber sind unter anderem das Rijksmuseum Amsterdam, die Bayrische Staatsgemäldesammlung – Alte Pinakothek München und das Königliche Museum für Schöne Künste Antwerpen. Die Kulturstiftung der Länder unterstützte die Sonderausstellung gemeinsam mit der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Sparkassen-Finanzgruppe.