Kinder zum Olymp!-Wettbewerb 2015/2016

Im Olymp: Zukunftspreis für Kulturbildung verliehen

Die Louise Schroeder Schule aus Hamburg und das Berliner Werkbundarchiv – Museum der Dinge jubeln: Ihnen wurde am 8. Juli von der Kulturstiftung der Länder und der Deutsche Bank Stiftung DER OLYMP – Zukunftspreis für Kulturbildung 2016 verliehen. Neben der Trophäe nehmen die Gewinner des bundesweiten Wettbewerbs (Schirmherr: Bundespräsident Joachim Gauck) Preisgelder in Höhe von je 5.000 Euro mit nach Hause

„Kultur ist für mich ein Fach wie Deutsch oder Mathe.“ Julian, der die dritte Klasse besucht, bringt das preisgekrönte Konzept der Hamburger Louise Schroeder Schule auf den Punkt: Ob Atelierbesuche, Tanz- und Theaterprojekte, kreatives Schreiben, Lesefeste oder Filmworkshops – seit über 20 Jahren spielt kulturelle Bildung von der Vorschule bis zur vierten Klasse eine Hauptrolle in der Altonaer Grundschule. Die Wettbewerbs-Jury lobt den OLYMP-Gewinner für sein kulturelles Profil, „das in den schulischen Grundsätzen fest verankert“ und „hochproduktiv“ sei. Insbesondere die „große Anzahl verlässlicher, vertrauter Partnerschaften zu Kultureinrichtungen, Künstlerinnen und Künstlern“ beeindruckte die Juroren.

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Sie wollen Assistenten für Produktdesign werden und schärfen ihr berufliches Profil im Museum: Die Schüler der Marcel-Breuer-Schule in Berlin-Pankow finden im Werkbundarchiv – Museum der Dinge ein Labor für kreative Ideen. Das Museum für Produktkultur und Designgeschichte lässt die Jugendlichen Ausstellungskonzepte erarbeiten, Marketingstrategien austüfteln, eigene Möbeldesigns entwerfen und Filme selbst produzieren. So erproben die Schüler verschiedene Tätigkeitsfelder in Kunst und Kultur. Das nun mit dem Zukunftspreis für Kulturbildung – DER OLYMP ausgezeichnete Werkbundarchiv setzt seit fast 10 Jahren mit seinen kulturellen Bildungsprogrammen fest auf die Kooperation mit dem Pankower Oberstufenzentrum. Das vielschichtige Programm „Das Museum – eine Schule der Dinge“ hat Vorbildcharakter, findet die Kulturstiftung der Länder. Die Wettbewerbs-Jury betont außerdem, dass die Zusammenarbeit „Einzug in das schulinterne Curriculum gehalten“ habe und das Programm „in hohem Maße partizipativ“ sei.

Mitarbeiter des Werkbundarchivs - Museum der Dinge, Berlin mit Schülerinnen und Schülern des Kooperationspartners Marcel-Breuer-Schule aus Berlin-Weißensee mit Laudatorin Prof. Andrea Tober (4. v. li.) und Michael Münch, Deutsche Bank Stiftung (3. v. re.): Gewinner des Zukunftspreises für Kulturbildung - DER OLYMP in der Kategorie "Programme kultureller Bildung"; Foto: Stefan Gloede
Mitarbeiter des Werkbundarchivs – Museum der Dinge, Berlin mit Schülerinnen, Schülern und Lehrerin des Kooperationspartners Marcel-Breuer-Schule aus Berlin-Weißensee mit Laudatorin Prof. Andrea Tober (4. v. li.) und Michael Münch, Deutsche Bank Stiftung (3. v. re.): Gewinner des Zukunftspreises für Kulturbildung – DER OLYMP in der Kategorie „Programme kultureller Bildung“; Foto: Stefan Gloede

Unter großem Beifall wurden die Gewinner heute im Konzerthaus Berlin vom Hamburger Staatsrat Dr. Michael Voges und von Prof. Andrea Tober, Leiterin des Education-Programms der Berliner Philharmoniker, beglückwünscht. Neben dem Konzerthausintendanten Prof. Dr. Sebastian Nordmann begrüßte auch Isabel Pfeiffer-Poensgen, die Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, alle herzlich zur Preisverleihung. Begeistert fasste sie die gelungene Wettbewerbsrunde zusammen: „Man kann sie zwar nicht wie Vokabeln pauken, trotzdem passt Kultur wunderbar in die Schule. Die zahlreichen qualitätsvollen Bewerbungen für den OLYMP beweisen: Durch das Engagement der Profis aus dem Kulturbereich ist die kulturelle Bildung vielerorts mitten im schulischen Leben angekommen. Das war und ist unser wichtigstes Ziel: Kultur fest im Stundenplan zu verankern.“ Auf der Bühne des Konzerthauses hatten sich alle sechs Nominierten aus der Endrunde präsentiert, u. a. war die Louise Schroeder Schule mit ihren Geigenkindern zu hören.

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Kinder zum Olymp!, die Bildungsinitiative der Kulturstiftung der Länder, will mit seinem deutschlandweiten Wettbewerb wissen: Wo wurden nachhaltige Strukturen für kulturelle Bildung etabliert? Preiswürdig sind – statt einzelner Projekte – Kultureinrichtungen und Künstler mit ihren Schulkooperationen genauso wie Schulen mit kulturellem Profil, die Schülerinnen und Schüler dauerhaft beteiligen. In der diesjährigen Wettbewerbsrunde gingen 293 Bewerbungen von kulturellen Einrichtungen, Künstlern und Schulen ins Rennen um die begehrten Auszeichnungen, an den eingereichten Programmen und Profilen waren insgesamt über 175.000 Kinder und Jugendliche beteiligt. Neben den beiden Hauptpreisträgern werden auch die vier weiteren Nominierten aus der Endrunde ausgezeichnet, sie erhalten jeweils 1.000 Euro.

Nominierte in der Kategorie „Kulturelles Schulprofil“:

–           Louise Schroeder Schule, Hamburg

–           Meusebach-Grundschule Schwielowsee, Brandenburg

–          Charles-Hallgarten-Schule, Frankfurt am Main

Nominierte in der Kategorie „Programme kultureller Bildung“:

–          Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Berlin

–          Klavier-Festival Ruhr, Essen

–          Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig

Erstmalig erhielten dieses Jahr die Gewinner des Wettbewerbs eine Trophäe: Die Preisskulptur DER OLYMP wurde von den Hannoveraner Produktdesignern Judith und Tobias Stuntebeck entworfen, schließlich in der Glasmanufaktur Harzkristall in Derenburg geblasen und in der Farbglashütte Lauscha verspiegelt. Wie aus einem ersten Modell aus Pappe der orange leuchtende, silberglänzende Glaspokal DER OLYMP entstanden ist, sehen Sie hier:

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