Über den Freundeskreis

Von Gobelin bis Goethe

Restaurierung und Förderung von Museumsnachwuchs – Der Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder hat sich die Restaurierung von Kunstwerken zur Aufgabe gemacht. Zur Weiterbildung junger Museumsmitarbeiter vergibt er Reisestipendien zur internationalen Kunstmesse TEFAF in Maastricht.

Am 17. September 1999 wurde der Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder gegründet, um die Ziele der ersten länderübergreifenden Kulturstiftung nachhaltig zu unterstützen und ihr Fundament in der Gesellschaft weiter zu stärken. Kunst- und kulturengagierte Persönlichkeiten aus ganz Deutschland versammeln sich in diesem Freundeskreis, und ihr Kreis erweitert sich von Jahr zu Jahr. Der Freundeskreis wirbt dafür, dass die Bewahrung nationalen Kulturerbes nicht ausschließlich die Aufgabe der öffentlichen Hand sein kann und setzt ein Zeichen dafür, dass es neben der staatlichen auch private gesellschaftliche Verantwortung für Kunst und Kultur gibt.

Der Gobelin „Predigt des Paulus vor den Frauen von Philippi“, Brüssel 1550/80, restauriert für das Schlossmuseum Arnstadt
Der Gobelin „Predigt des Paulus vor den Frauen von Philippi“, Brüssel 1550/80, restauriert für das Schlossmuseum Arnstadt

Die überregionale Arbeit der Kulturstiftung der Länder ergänzend, legt der Freundeskreis seinen Schwerpunkt auf die Restaurierungsförderung. Gerade bei kleineren, in ihrer Bedeutung für die Kultur- und Regionalgeschichte aber wichtigen Kultureinrichtungen ist der Nachholbedarf in der Infrastruktur, bei Restaurierungen und Sammlungsergänzungen immens. Durch bedeutende Restaurierungsprojekte können die Häuser die Qualifizierung ihrer Sammlungen vorantreiben, wodurch Stadt und Region neue Anziehungspunkte erhalten.

Das kunsthistorische Spektrum der mit Hilfe des Freundeskreises restaurierten Werke reicht von mittelalterlichen Inkunabeln, bedeutenden Altmeistergemälden, kostbaren Möbelensembles bis zu Werken der Moderne. Die bedeutende Orgel des Lübecker Orgelbauers Hans Hantelmann aus dem Jahr 1723 – das erste Restaurierungsprojekt des Freundeskreises – erklingt bereits seit 2001 wieder im Kirchenraum der Johanniter-Kirche zu Gross Eichsen bei Wismar. Das sehr qualitätvolle, fein gearbeitete frühbarocke Elfenbein-Andachtsbild des Schlossmuseums der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, das in mehrere Einzelteile zerlegt war, bereichert seit 2002 wieder die dortige prächtige Kollektion. Ebenso ein wertvoller Gobelin, der von Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1646-1691) in Auftrag gegeben wurde und jahrelang stark beschädigt im Depot lagerte, bis er in Zusammenarbeit mit dem Berliner Kunstgewerbemuseum restauriert werden konnte.

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Das Gemälde „Allegorie der Erlösung“ von Lucas Cranach d.J. wurde für das Museum der bildenden Künste Leipzig restauriert, großformatige Chinoiserie-Tapeten für das GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig, das sogenannte „Landschaftskleid“ des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. für die Dresdner Rüstkammer und ein hervorragendes Gemäldekonvolut des spätexpressionistischen Malers Carl Lohse für das Stadtmuseum Bautzen. 2008 kam die Restaurierung des seit mehreren Dekaden nicht mehr ausgestellten Tafelbildes „Maria mit dem Kinde, der hl. Sebastian und eine Hirtin“ des Raffael-Vaters Giovanni Santi im Lindenau-Museum in Altenburg zum Abschluss. Das Schlossmuseum Arnstadt vervollständigt seit 2008 wieder seinen Bestand prächtiger Brüsseler Gobelins mit der erfolgten Restaurierung des Bildteppichs „Predigt des Paulus vor den Frauen von Philippi“. 2009 konnten in Weimar mit Unterstützung des Freundeskreises Goethes „Schirme zur Farbenlehre“ im neuen Glanz erstrahlen sowie 2011 in Rostock die „Vicke-Schorler-Rolle“, eine prachtvolle 18 Meter lange Ansicht der Hansestadt aus dem 16. Jahrhundert. Seit 2014 ist der Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder Mitglied im Restaurierungsbündnis „Kunst auf Lager“.

Neben Restaurierungsförderungen engagiert sich der Freundeskreis mit weiteren Projekten:

So erwarb der Freundeskreis 2001 vier Lithografien aus dem Zyklus „Hreppholar“ des amerikanischen Bildhauers und Grafikers Richard Serra für die Kunstsammlungen Chemnitz und legte hiermit den Grundstein einer Sammlung zeitgenössischer Kunst.

Zur Weiterbildung junger Museumsmitarbeiter in Ostdeutschland vergibt der Freundeskreis seit 2002 jährlich Reisestipendien zur internationalen Kunstmesse TEFAF in Maastricht. Seit 2010 fördert der Junge Freundeskreis jährlich fünf Volontäre mit Reisestipendien zur ART BASEL.

2002 gelang es dem Freundeskreis mittels Beiträgen und Spenden, schnell und unbürokratisch den von der Flutkatastrophe betroffenen Museen unter die Arme zu greifen.

Des Weiteren finanzierte der Freundeskreis 2004 eine Brandschutzanlage für das historische Naturalienkabinett des Heimatmuseums Waldenburg/Sachsen.

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Prof. Dr. Frank Druffner
Geschäftsführer
Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder e.V.
c/o Kulturstiftung der Länder
Lützowplatz 9, 10785 Berlin
Tel +49 (0) 30 / 89 36 35 15
Fax +49 (0) 30 / 891 42 51
E-Mail: freundeskreis@kulturstiftung.de