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Ein Meisterwerk der Reformationszeit

Doppelportrait von Fürst Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und seiner Gemahlin Dorothea von Pfalz-Simmern (1581-1631), um 1600, von unbekannter Hand
Das Hochzeitbild eines unbekannten Meisters um 1600 ist von hoher kulturhistorischer Relevanz in der anhaltischen Geschichte: Familienporträts des Herrscherhauses aus der Zeit der Reformation haben großen Seltenheitswert. Das 2,12 x 1,59 m große Ölgemälde zeigt Johann Georg I. mit seiner zweiten Frau, Dorothea von Pfalz Simmern, die er 1595 geheiratet hat. Johann Georg I. führte in Anhalt 1596 die calvinistische Lehre ein und war 1606 Begründer der jüngeren Linie des Hauses, die bis 1918 in Anhalt regieren sollte.
In den Nachkriegswirren aus dem Familienbesitz im Residenzschloss Dessau entwendet, ist das Gemälde darauf in die Anhaltische Gemäldegalerie gelangt. Nachdem das Porträt 2005 dem Museum für Stadtgeschichte Dessau offiziell von den Erben übertragen wurde, sind 2006 erste Restaurierungsschritte unternommen worden. Die Restaurierung zeigte, dass es sich ursprünglich um zwei getrennte Bilder gehalten hat, die später verbunden wurden.
Heute ist das Bild wieder in neuem Glanz im Museum für Stadtgeschichte Dessau zu bewundern.
Vom 3. April bis zum 19. Juli 2009 wird das Gemälde in der Ausstellung „Calvinismus. Die Reformierten in Deutschland und Europa“ im Deutschen Historischen Museum, Berlin, gezeigt.
