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Flügel ohne Mitte

Für die Restaurierung des Sanzkower Franziskusretabels bittet das Kulturhistorische Museum der Hansestadt Stralsund um Ihre Hilfe!

Zu den herausragenden Werken spät­mittelalterlicher Malerei und Bildschnitzkunst des südlichen Ostseeraums zählt das mittlerweile weithin bekannte Franziskusretabel aus Sanzkow, das sich in den Sammlungen des Kulturhistorischen Museums der Hansestadt Stralsund befindet. Seine Bilder aus den Franziskusviten sind nördlich der Alpen einmalig und für die Kultur und Geschichte der Franziskaner von großer Bedeutung. Es wundert deshalb nicht, dieses Werk als Highlight in der Ausstellung „Franziskus – Licht aus Assisi“ im erzbischöflichen Diözesanmuseum Paderborn zu sehen (noch bis zum 6. Mai 2012), wo es inmitten einer Reihe hochkarätiger Zeugnisse franziskanischer Kunst aus dem Sacro Convento zu Assisi, der Vatikanischen Pinakothek oder der Biblioteca Apostolica Vaticana, neben Werken der italienischen Tafelmalerei und Glanzstücken der Buch- und Goldschmiedekunst erstmals einem breiten Publikum vorgestellt wird – für Leihnehmer wie Leihgeber, für Kunst­interessierte und Museumsbesucher ein wahrer Glücksfall.

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Franziskusretabel aus Sanzkow; Kulturhistorisches Museum der Hansestadt Stralsund

Das Stück wurde jedoch nicht im Ganzen, es wurden allein vier Flügel ausgeliehen. Der Mittelschrein als statisches und inhaltliches Herzstück mit der Madonna im Strahlenkranz verblieb nicht zuletzt aus konservatorischen Gründen in Stralsund. Aber auch die für die Ausleihe vorgesehenen Flügel konnten nicht ohne Weiteres auf Reisen gehen. Zum einen sollte ein sicherer Transport möglich sein, zum anderen die präsentierten Tafelbilder dem ästhetischen Anspruch im Kontext der Ausstellung gerecht werden. Mit Hilfe einer großzügigen Spende des Erzbistums Paderborn konnte diese erste Restaurierung realisiert werden. Sie stellt aber nur einen Teil der beabsichtigten Maßnahmen dar. Denn spätestens mit der Rückkehr der Tafeln im Mai wird das Stralsunder Museum mit einem weiteren Problem konfrontiert: der Integration der restaurierten Retabelteile in die bislang noch unrestaurierte Gesamtanlage in der hiesigen Ausstellung. Dann stehen dringende Nacharbeiten an: Die Restaurierung der nur konservatorisch gesicherten Außenflügel und des Schnitzwerkes sowie ihre Montage an den hiergebliebenen Mittelschrein müssten vollendet werden, damit die Gesamtanlage funktional vollständig präsentiert werden kann und das Retabel mit seinen leuchtenden Franziskusbildern das Auge der Museumsbesucher wieder erfreuen kann. Das vollständig restaurierte Stück kann aber nur dann wieder öffentlich bewundert werden, wenn die bis dahin gelungene Restaurierung auch vollendet wurde. Für die abschließenden Arbeiten fehlen uns noch rund 9.500 Euro, für die wir Sie herzlich um Ihre Unterstützung bitten möchten!

Für weitere Informationen:

Dr. Andreas Grüger
Kulturhistorisches Museum der
Hansestadt Stralsund
Mönchstraße 25–27, 18439 Stralsund
Telefon: 03831-287 912
E-Mail: agrueger@stralsund.de
http://www.stralsund.de