Ausstellung

Drachenlandung

Drache für das Dommuseum: Eine Kabinettausstellung in Hildesheim zeigt noch bis zum 16. Oktober die mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder erworbene Errungenschaft des Dommuseums – eine seltene bronzene Drachenaquamanile aus dem frühen 12. Jahrhundert.

Im Fokus der mittelalterlichen Bronzekunstausstellung des Hildesheimer Dommuseums steht das neunhundertjährige Aquamanile in Form eines Drachens. Bei einer Auktion in London 2010 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, wurde das seltene Kunstwerk zunächst für eine osmanische Öllampe aus dem 19. Jahrhundert gehalten. Es erforderte reichlich Expertise bis das ungewöhnliche Fundstück schließlich als deutsches Aquamanile – ein Gießgefäß aus dem liturgischen Kontext – identifiziert werden konnte. Mit der Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Stiftung, der Stiftung Niedersachsen und der Klosterkammer Hannover gelang 2014 der Ankauf des Artefakts für das Dommuseum Hildesheim.

Drachen-Aquamanile, 12. Jahrhundert, Höhe 20 cm; Dommuseum Hildesheim ©Dommuseum Hildesheim / Foto: Ansgar Hoffmann
Drachen-Aquamanile, 12. Jahrhundert, Höhe 20 cm; Dommuseum Hildesheim ©Dommuseum Hildesheim / Foto: Ansgar Hoffmann

Somit kehrt das Drachenaquamanile nach fast einem Jahrtausend an seinen vermutlichen Entstehungsort Hildesheim zurück. Die für die rituelle Handwaschung bestimmten Bronzeaquamanilen aus dem 12. Jahrhundert sind in ihrem Vorkommen äußerst selten und daher von großer Bedeutung für die Hildesheimer Sammlung. Die Ausstellung „Drachenlandung“ präsentiert das kostbare Aquamanile – ebenso wie die berühmte Bernwardtür, die Christussäule und das Taufbecken – in den heiligen Gemäuern des Hildesheimer Doms. Besucher können dieses einmalige Ensemble noch bis zum 16. Oktober 2016 im Dommuseum Hildesheim einsehen.