Erwerbungsförderung

Biblisches Universum

Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster erwirbt für ihr Bibelmuseum die größte private Bibelsammlung Deutschlands – die Sammlung Remy. Die Kulturstiftung der Länder unterstützte den Ankauf.

Die größte private Bibelsammlung, die „Sammlung Remy“, mit rund 650 lateini­schen, griechischen, syrischen, hebräischen und polyglotten Bibeln des 15. bis 18. Jahrhunderts gelangt jetzt ins Bibelmuseum der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster. Der Rechtsanwalt und langjährige Antiquar Walter Remy aus Betzdorf/Sieg hat über Jahrzehnte mit großem Sachverstand eine außerge­wöhn­liche Spezialsammlung zusammengetragen, die mit den Beständen der Württem­bergischen Landes­bibliothek in Stuttgart und der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel vergleichbar ist. Auch 23 besonders wertvolle Inku­nabeln aus der Anfangszeit des Buch­drucks von 1475 bis 1497 sind Teil des jetzt mit Unter­stützung der Kulturstiftung der Länder, des Landes Nordrhein-Westfalen und der Kunststiftung NRW sowie mit Mitteln des WWU-Exzellenz­clusters „Religion und Politik“ erworbenen Konvo­luts. Die bedeutendsten Drucke können in Zukunft im Bibelmuseum gezeigt werden; die auf ideale Weise ergänzten Bestände machen die Universität Münster nun zu einer zentralen Anlaufstelle mit besten Bedingungen für theolo­gische, historische und kunsthistorische Forschungen im Bereich der griechischen und lateinischen Bibeln.

Von den Anfängen des Buchdrucks um 1500 bis in die Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert lässt sich in der Sammlung Remy mit ihrer Konzentration auf die biblischen Sprachen Hebräisch und Griechisch sowie mit der westeuropäischen lateinischen Tradition und den Polyglotten – mehrsprachigen Parallelausgaben der Frühneuzeit – der gelehrte Umgang mit der Bibel in diesen Jahrhunderten umfas­send nachvollziehen. Diese besondere Zusammenstellung macht ihren großen Reiz für zukünftige wissenschaftliche Forschungen aus.

22 berühmte Wiegendrucke – lateinische Bibelinkunabeln – sowie lateinische Bibeldrucke des 16. bis 18. Jahrhunderts (u. a. einer Ausgabe von Jan Henten und drei Drucke der seltenen überarbeiteten Vulgata Sixto-Clementina) sowie die berühmte Londoner Polyglotte von Brian Walton von 1655-1658 sind in der einzigartigen Sammlung zu finden. Weiterhin griechische Bibeln des 16. Jahr­hunderts (u. a. die Erstausgabe des Neuen Testaments von Erasmus von Rotterdam und die Erstausgabe einer Vollbibel bei Aldus Manutius von 1518) sowie hebrä­ische und syrische Bibeln.

Presse-/Fototermin: Montag, 19. April, 10 Uhr, Bibelmuseum, Pferdegasse 1, 48143 Münster, Telefon 0251 - 83-22580

Lutherbibel, Wittenberg 1541, Holzschnitte von Lucas Cranach d.Ä. (1472-1553)
hier: Beginn der Schöpfungserzählung mit einem handkolorierten Holzschnitt. Foto: Peter Grewer

Lutherbibel, Wittenberg 1541, Holzschnitte von Lucas Cranach d.Ä. (1472-1553) hier: Beginn der Schöpfungserzählung mit einem handkolorierten Holzschnitt. Foto: Peter Grewer

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Commeliana-Polyglotte; Foto: Peter Grewer
Altes Testament: Titel-Auflage der Genfer Sanct-Andreana-Polyglotte, Neues Testament: nach der Antwerpener Polyglotte; „Fürsteneinbände“ 1603 i. A. von Ernst II., Herzog von Braunschweig-Lüneburg (Enkel Ernsts I., des Bekenners)

Commeliana-Polyglotte; Foto: Peter Grewer Altes Testament: Titel-Auflage der Genfer Sanct-Andreana-Polyglotte, Neues Testament: nach der Antwerpener Polyglotte; „Fürsteneinbände“ 1603 i. A. von Ernst II., Herzog von Braunschweig-Lüneburg (Enkel Ernsts I., des Bekenners)

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Griechisches Neues Testament, Venedig 1538
Nachdruck der Erstausgabe des Erasmus von 1516, äußerst seltenes Exemplar; Foto: Peter Grewer

Griechisches Neues Testament, Venedig 1538 Nachdruck der Erstausgabe des Erasmus von 1516, äußerst seltenes Exemplar; Foto: Peter Grewer

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Griechisches Neues Testament, London 1587
Nachdruck des griechischen Neuen Testaments von Henri Estienne II. (Genf 1587). Erstes in Großbritannien gedrucktes griechisches Neues Testament. Eine der seltensten Ausgaben des griechischen Neuen Testaments. Foto: Peter Grewer

Griechisches Neues Testament, London 1587 Nachdruck des griechischen Neuen Testaments von Henri Estienne II. (Genf 1587). Erstes in Großbritannien gedrucktes griechisches Neues Testament. Eine der seltensten Ausgaben des griechischen Neuen Testaments. Foto: Peter Grewer

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Lateinische Bibel, Zürich 1532-1539; Foto: Peter Grewer
Das einzige vollständige Bibelwerk der Reformationszeit mit Kommentaren von Konrad Pellikan, zur Offenbarung von Sebastian Meyer, Hand-Exemplar Herzog Ernsts I. (des Bekenners) zu Braunschweig-Lüneburg

Lateinische Bibel, Zürich 1532-1539; Foto: Peter Grewer Das einzige vollständige Bibelwerk der Reformationszeit mit Kommentaren von Konrad Pellikan, zur Offenbarung von Sebastian Meyer, Hand-Exemplar Herzog Ernsts I. (des Bekenners) zu Braunschweig-Lüneburg

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