Erwerbungsförderung

Briefe über Kater Murr

Die Staatsbibliothek Bamberg erhält aus der E.T.A.-Hoffmann-Sammlung des Stuttgarter Antiquars Jürgen Voerster hochkarätige Handschriften, Zeichnungen und Drucke. Die Kulturstiftung der Länder unterstützte den Ankauf.

Zeit seines Lebens war E.T.A. Hoffmann die ganz große Anerkennung als Schrift­steller verwehrt geblieben, erst von literarischen Nachfahren wie Heinrich Heine, Victor Hugo oder Balzac wurde er verehrt, auf Richard Wagners Werke hatte er großen Einfluss; heute steht der romantische Dichter bei zeitgenössischen Schrift­stellern wieder hoch im Kurs – so haben beispielsweise die Bestseller-Autoren Ingo Schulze und Uwe Tellkamp ihn als ein Vorbild genannt.

In der Staatsbibliothek Bamberg sammelt man bereits seit Jahrzehnten intensiv Handschriften und Werke Hoffmanns, sodass sich dort – neben der Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin – heute der größte und bedeutendste Bestand von eigen­händigen Manuskripten, Zeichnungen, Aquarellen und Druckwerken des Juristen, Schriftstellers, Komponisten und Zeichners Hoffmann befindet. Nur noch selten tauchen Autographen Hoffmanns auf dem Markt auf – jetzt gelang der Staatsbi­bliothek Bamberg ein spektakulärer Ankauf aus Privatbesitz: Mit der Hoffmann-Spezialsammlung des im Jahr 2010 verstorbenen Stuttgarter Antiquars Jürgen Voerster kommen neben hervorragenden Werkausgaben und Druckgraphiken auch sechs autographe Briefe und vier eigenhändige Zeichnungen in den Besitz der Bibliothek. Die Erwerbung wurde durch die Kulturstiftung der Länder, die Ernst von Siemens Kunststiftung und die Oberfrankenstiftung unterstützt.

Neben Briefen mit privatem Inhalt geben einzelne Briefe Auskunft zur Entstehung des Romans „Lebensansichten des Katers Murr“; ein weiterer Brief berichtet über die Entstehung des teilweise konfiszierten Märchens „Meister Floh“, in dem der zum Kammergerichtsrat beförderte Hoffmann Details aus einem damals Wellen schlagenden Prozess verarbeitete und den Ministerialdirektor Carl Albert von Kamptz in einer literarischen Figur parodierte. Die Indiskretion führte 1822 zur Vorbereitung von Disziplinarmaßnahmen gegen den preußischen Staatsbeamten Hoffmann – kurz vor dessen Tod im selben Jahr.

E.T.A. Hoffmann (1776–1822) gilt heute als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Hoffmann wirkte als Regierungsrat u. a. in Posen und Warschau, bevor er sich seinen musikalischen und literarischen Ambitionen als Theaterdirektor und Dramaturg in Bamberg (1808–1813) und als Schriftsteller mit Novellen wie „Der goldne Topf“ (1814) sowie mit Romanen wie „Die Elixiere des Teufels“ (1815/16) und „Lebensansichten des Katers Murr“ (1819/21) widmete.

Presse-/Fototermin: Sonntag, 22. Mai, 11 Uhr
Staatsbibliothek Bamberg, Neue Residenz, Domplatz 8, 96049 Bamberg

Pressebilder

E.T.A. Hoffmann
Brief an Theodor Gottlieb von Hippel, Berlin, 7. Mai 1808

E.T.A. Hoffmann Brief an Theodor Gottlieb von Hippel, Berlin, 7. Mai 1808

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Zeichnung von E.T.A. Hoffmann
Brand des Berliner Schauspielhauses, Berlin, 25. November 1817

Zeichnung von E.T.A. Hoffmann Brand des Berliner Schauspielhauses, Berlin, 25. November 1817

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