Kulturerbe bewahren

Erhalt schriftlichen Kulturguts

Um das kulturelle Schrifterbe in Bibliotheken, Archiven und Museen dauerhaft zu sichern, unterstützt die „Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes“ (KEK) in Modellprojekten die Rettung von fragilen Schriftschätzen.

Auf Initiative des damaligen Kulturstaatsministers Bernd Neumann wurde im August 2011 gemeinsam von Bund und Ländern die „Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts“ (KEK) an der Stiftung Preußischer Kulturbesitz eingerichtet und bei der Staatsbibliothek zu Berlin angesiedelt. Auf nationaler Ebene widmet sich die KEK Fragen zur Sicherung schriftlich überlieferten Kulturerbes in Bibliotheken, Archiven, Museen und anderen Institutionen. Für diese Zwecke stehen im Haushalt des Kulturstaatsministers bzw. der Kulturstaatsministerin seit 2010 jährlich 500.000 Euro zur Verfügung. Über die Kulturstiftung der Länder beteiligen sich die Länder mit weiteren 100.000 Euro pro Jahr.

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Zu den Hauptaufgaben der Koordinierungsstelle zählte in der Pilotphase von 2010 bis 2015 die Erarbeitung eines nationalen Bestandserhaltungskonzepts für schriftliche Kulturgüter, die Evaluation bereits vorhandener Erkenntnisse, die Vernetzung bestehender Institutionen und Kompetenzstellen sowie die Förderung von Modellprojekten. Damit regt die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts aktiv die Forschung zu grundlegenden Fragen der Bestandserhaltung sowie die Entwicklung innovativer Verfahren und Erfolg versprechender Techniken an.

Ein besonderes Anliegen der Koordinierungsstelle ist es, die Öffentlichkeit für die Gefährdungen des kulturellen Schrifterbes zu sensibilisieren: Denn ein geschärftes Problembewusstsein ist Grundlage für einen bewussteren Umgang mit erhaltenswertem Schriftgut und schlussendlich auch unbedingte Voraussetzung für dessen Bewahrung.

Im Herbst 2015 wurden die „Bundesweiten Handlungsempfehlungen“ zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts in Archiven und Bibliotheken  als nationales Bestandserhaltungskonzept veröffentlicht. Damit hat die KEK zum Abschluss der Pilotphase 2015 ihren ersten Auftrag erfüllt. Mit diesem Empfehlungspapier liegt erstmals eine umfassende Bilanz zu Schäden und Gefahren für das schriftliche Kulturgut in Archiven und Bibliotheken Deutschlands vor. Gleichzeitig fasst das Dokument in einem sparten- und länderübergreifenden Gesamtkonzept Aufgabenfelder zusammen, die zur Sicherung des schriftlichen Kulturguts gestärkt werden müssen.Im Förderzeitraum bis 2020 steht der weitere Ausbau der Infrastrukturen auf dem Arbeitsplan, zudem sollen in Orientierung am ermittelten Bedarf Erhaltungsmaßnahmen am Objekt in größerem Umfang gefördert werden. Als ein erster wichtiger Schritt können die zusätzlich bewilligten Sondermittel für Originalerhalt der Kulturstaatsministerin im Jahr 2017 in Höhe von 1 Million Euro gesehen werden.

Insgesamt sind seit 2010 bundesweit mehr als 220 Modellprojekte zur Bestandserhaltung mit einer Gesamtsumme in Höhe von mehr als 2,8 Mio. Euro gefördert worden. Sämtliche Modellprojektdaten können auf der Projektwebseite „Schrift. Gut. Schützen.“ recherchiert werden.

Kontakt zur Initiative

Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK)
an der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Dr. Ursula Hartwieg (Leitung)
Unter den Linden 8
10117 Berlin 
Telefon: + 49 (0) 30 266 43 1454
E-Mail: kek@sbb.spk-berlin.de

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