Erwerbungsförderung

Mendelssohn an König

Die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig und das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig konnten wertvolle Handschriften Felix Mendelssohn Bartholdys ersteigern. Die Kulturstiftung der Länder unterstützte die Ankäufe.

Die Petition des Gewandhauskapellmeisters Mendelssohn fand nie ihren Weg zum König. Das bislang unbekannte und wichtigste Gründungsdokument des Leipziger Konservatoriums, das Mendelssohn seinerzeit nicht abschickte, konnte jetzt auf einer Auktion von Sotheby’s in London von der Hochschule für Musik und Theater Leipzig ersteigert werden. Das Vermächtnis des Leipzi­ger Oberhofgerichtsrats Heinrich Blümner über 20.000 Taler für eine Bildungs- oder Kultureinrichtung in Sachsen hatte Mendelssohn zu seinem Plädoyer für die Grün­dung einer musika­lischen Ausbildungsstätte veranlasst. Der Briefentwurf an König Friedrich August II. aus dem Jahr 1840 enthält in den zugehörigen elfseitigen „Grundlinien“ detailliert Felix Mendelssohn Bartholdys Vorstellungen einer höhe­ren Lehranstalt für Musik; Ziele, Inhalte des Unterrichts, Finanzierung und Organi­sation der Bildungsanstalt werden ausführlich beschrieben; unter Mendelssohns maßgeblicher Beteiligung wurde schließlich 1843 Deutschlands erste Musik­hoch­schule – das Leipziger Konservatorium, die heutige Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ – gegründet.

Einige Tage nach dem Petitionsentwurf an den König schickte Mendelssohn stattdessen ein Schreiben an den Leipziger Kreisdirektor Johann Paul von Falkenstein bezüglich der Gründung des Konservatoriums: Der erhaltene Brief weicht allerdings in zentralen Punkten von dem Brief an den König ab – der bis­lang unbekannte Autograph verspricht also neue Erkenntnisse zur Gründungs­geschichte der Hochschule. In dem nun mit Unter­stützung der Kulturstiftung der Länder, des Freundeskreises der Hochschule für Musik und Theater und weiterer Spender erworbenen Autographen lässt sich neben seiner Rolle als Musikmanager und Nachwuchsförderer zudem Mendelssohns umtriebige und höchst erfolgreiche Vernetzung der musikalischen Einrichtungen Leipzigs – Gewandhausorchester, Thomaskirche, Oper und Universität – ablesen.

Auf der gleichen Londoner Auktion konnte das Stadtgeschichtliche Museum in Leipzig mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und der Hieronymus-Lotter-Gesellschaft 17 Seiten Originalhandschriften Mendelssohns für seine um­fangreiche Autographensammlung des Komponisten ersteigern: Briefentwürfe des Gewand­hauskapellmeisters an den Rat der Stadt Leipzig von 1839/40, in denen er u. a. die stark gewachsenen Arbeitsbelastungen seiner Orchestermusiker beschreibt und für die Anpassung der finanziellen Bezüge wirbt; weiterhin einen späteren Brief, in dem Mendelssohn die Verteilung der von der Stadt bewilligten Zulage von 500 Talern für seine Musiker plant. Besonders wertvoll sind diese Autographen, da die Originale der Briefe Mendelssohns an den Rat der Stadt ver­schollen sind.

Presse-/Fototermin: Montag, 23. August 2010, 11:30 Uhr, Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, Dittrichring 21, 04109 Leipzig

Erste Seite eines Briefentwurfs Mendelssohns an den Rat der Stadt Leipzig, entstanden zwischen 1838 und 1840.
Foto: SML

Erste Seite eines Briefentwurfs Mendelssohns an den Rat der Stadt Leipzig, entstanden zwischen 1838 und 1840. Foto: SML

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Briefentwurf Felix Mendelssohn Bartholdys an den sächsischen König Friedrich August II.
Foto: HMT

Briefentwurf Felix Mendelssohn Bartholdys an den sächsischen König Friedrich August II. Foto: HMT

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Theodor Hildebrandt, Porträt Felix Mendelssohn Bartholdy, 1834
Foto: Ch. Sandig

Theodor Hildebrandt, Porträt Felix Mendelssohn Bartholdy, 1834 Foto: Ch. Sandig

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