PATRIMONIA NR. 352 (2014)

Die Amazonien-Sammlung Fittkau

Sie ist ein Denkmal für das kulturelle Erbe der Indianer Amazoniens: Die Kollektion Ernst-Josef Fittkau ist mit etwa 4.200 Objekten von über 100 Indianergruppen – darunter Keramikgefäße, Ketten und Ohrgehänge aus farbenprächtigen Federn, Jaguarkrallen, schillernde Käferflügeldecken, Blasrohre sowie Tanzmasken – eine der bedeutendsten Sammlungen von Ethnographica. 2010 erwarb das Staatliche Museum für Völkerkunde München, heute Museum Fünf Kontinente, den ethnographischen Schatz, der heute als Sammlung in dieser Form nicht mehr angelegt werden könnte. Denn durch den rasanten Wandel ihrer Lebensräume ist das fragile – meist aus organischen Materialien bestehende – kulturelle Erbe der Indianer aufs höchste gefährdet. Handwerkliche Techniken und Traditionen und damit die hohe Qualität vieler Objekte gehen verloren. Spannende Einblicke in die Lebenswelt in Form von Alltagsgegenständen und elaborierten Ritualobjekten vor allem der Waimirí, Tiriyó und Wayana aus der Guayana-Region, den Stämmen der Xingú-Region im brasilianischen Staat Mato Grosso, den Indianern der peruanischen Montaña und den Ramkôkamekra Canela aus dem brasilianischen Zentral-Maranhão – den Schwerpunken der Sammlung Fittkau – bietet auch der Patrimoniaband in Text und Bild.

 

Anschrift der geförderten Einrichtung:

Museum Fünf Kontinente
Maximilianstraße 42, 80538 München