Ausstellungsförderung

Von Aachen für Aachen

Das Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen ehrt den Renaissance-Maler Hans von Aachen in einer ersten Einzelausstellung „Hans von Aachen (1552–1615) – Hofkünstler in Europa“ vom 11. März bis 13. Juni 2010. Die Kulturstiftung der Länder unterstützt die Ausstellung.

Er heißt wie eine ganze Stadt – und ist doch heute nahezu vergessen: der Künstler der späten Renaissance Hans von Aachen. 1552 in eine ursprünglich aus Aachen stammende Kaufmannsfamilie geboren, gehörte er um 1600 zu den wenigen deutschen Künstlern, die an den Höfen von Florenz, München und Prag reüssierten und internationale Anerkennung genossen. Dennoch sollte der Ruhm des Künstlers seinen Tod im Jahr 1615 nicht überdauern. So schien es zunächst.

Doch 400 Jahre später kehrt Hans von Aachen zurück in seine Heimatregion. Denn das Suermondt-Ludwig-Museum ehrt den Rheinländer vom 11. März bis zum 13. Juni in einer ersten Einzelausstellung. Unter dem Titel „Hans von Aachen – Hof­künstler in Europa“ führt das Aachener Museum zahlreiche Werke des Künst­lers aus europäischen und internationalen Sammlungen zusammen und zeichnet den glanzvollen Aufstieg des Wanderkünstlers in Europa nach. 87 Leih­gaben wurden aus elf europäischen Ländern und den USA zusammengetragen. Leihgeber sind renommierte Museen wie das Pariser Musée du Louvre, das Lon­doner British Museum und die St. Petersburger Eremitage sowie namhafte Kunst­händler und Privatsammler. Die Aachener Ausstellung wird von der Kulturstiftung der Länder, vom Land Nordrhein-Westfalen sowie zahlreichen Sponsoren unter­stützt. Das trinationale Gemeinschaftsprojekt – die Ausstellung wird anschließend auch in Prag und Wien gezeigt – wird von der Europäischen Union geför­dert. Schirmherren sind der deutsche Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler, der Präsident der tschechischen Republik Prof. Ing. Václav Klaus sowie der öster­reichische Bundespräsident Dr. Heinz Fischer.

In der Aachener Ausstellung werden insgesamt 88 Exponate – 43 Gemälde, 24 Zeichnungen und 21 Stiche – präsentiert: von großen, dramatischen Altargemälden und humorvollen Motiven aus dem Alltag über elegante Porträts bis hin zu raffinierten mythologischen Szenen auf kleinen Kupfer- und Alabastertafeln.

Im Vorfeld der Ausstellung gelang dem Direktor des Suermondt-Ludwig-Museums ein großer Coup. Denn im Dezember 2008 bot sich Peter van den Brink die Chance, ein repräsentatives Gemälde von der Hand Hans von Aachens zu erwer­ben. Die Werke von Aachens sind in internationalen Museen bewahrt; in Nord­rhein-Westfalen war der Künstler hingegen mit nur einem Gemälde im Kölner Wallraf-Richartz-Museum vertreten. Bis zu jenem Abend des 3. Dezembers, als Hans von Aachens „Porträt des Jacques Bylivelt“ auf einer Auktion bei Sotheby’s in London zum Aufruf kommen sollte – und der Hammer für das Aachener Museum fiel.

Nach ersten Erfolgen in Rom sollte sich von Aachens Aufenthalt in Florenz als entscheidender Katalysator für seine erfolgreiche Laufbahn erweisen. Der aus Delft stammende Goldschmied Jacques Bylivelt, der, wie von Aachen, im Dienst der toskanischen Großherzöge stand, stellte vermutlich die wegweisenden Kontakte nach Venedig und zu den Fuggern in Augsburg her – die nächsten Stationen des Rheinländers, der anschließend an den Hof Kaiser Rudolfs II. nach Prag gerufen werden sollte. Das Porträt des Jacques Bylivelt, das in die Reihe der Freundschafts­bilder gehört, ist so möglicherweise zum Dank für die Vermittlung von Aachens entstanden.

Das mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder erworbene Gemälde gehört zu den am besten erhaltenen Porträts von Aachens und zeigt dessen ausgereiften Stil, mit dem er sich in den Folgejahren in Augsburg und an den Höfen von München und Prag bewähren sollte. Mit dem Werk, das im Rahmen der Aachener Ausstellung präsen­tiert wird, ist Hans von Aachen nunmehr erstmals mit einem Gemälde in der Stadt vertreten, deren Namen er führt.

Die Ausstellung „Hans von Aachen. Hofkünstler in Europa“ ist in Kooperation des Suermondt-Ludwig-Museums in Aachen, der Burggalerie in Prag und dem Kunsthistorischen Museum in Wien entstanden. Die Ausstellung wird anschließend in Prag und in Wien zu sehen sein.

Das Suermondt-Ludwig-Museum an der Wilhelmstraße 18 in Aachen bietet zum Ausstellungsstart – zeitgleich zur TEFAF, der weltweit führenden Kunst- und Antiquitätenmesse im nahe gelegenen Maastricht (Niederlande) – erweiterte Öffnungszeiten: Vom 11. bis zum 21. März ist montags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Ab dem 22. März gelten die regulären Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 12 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs von 12 bis 20 Uhr.

Hans von Aachen, Bildnis des Goldschmiedes Jacques Bylivelt (1550-1603), 1586
Aachen, Suermondt-Ludwig-Museum, © Anne Gold

Hans von Aachen, Bildnis des Goldschmiedes Jacques Bylivelt (1550-1603), 1586 Aachen, Suermondt-Ludwig-Museum, © Anne Gold

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