Erwerbungsförderung

Die Leichtigkeit des Stahls

Das Ludwig Museum Koblenz erwirbt Stahlskulptur „224.5° Arc x 5 et 225° Arc x 5“ (2007) des französischen Künstlers Bernar Venet. Die Kulturstiftung der Länder unterstützte den Ankauf.

Bernar Venet ist einer der erfolgreichsten französischen Bild­hauer und Konzept­künstler der letzten Jahr­zehnte, seine Werke finden sich in Sammlungen auf der ganzen Welt, seine monu­mentalen Außenskulpturen aus Stahl gehören mittlerweile in vielen Metropolen zum Stadtbild. Der Künstler war Teilnehmer der documenta V und VII sowie der 38. und 53. Biennale von Venedig. Das Koblenzer Ludwig Museum ist als einziges deutsches Museum seit vielen Jahren auf zeitgenössische französische Kunst spe­zialisiert und besitzt bereits ein Frühwerk Bernar Venets – im Jahr 2002 richtete das Museum dem Künstler auch eine umfangreiche Aus­stellung aus. Jetzt bot sich dem Ludwig Museum die einmalige Chance, direkt vom Künstler selbst dessen Außenskulptur „224.5° Arc x 5 et 225° Arc x 5“ aus dem Jahr 2007 zu erwerben; das Werk wird auch ein Highlight im Kunstkonzept der BUGA 2011 in Koblenz darstellen, welches das Ludwig Museum für seine angrenzenden Stadträume gestaltet hat. Die Erwerbung der Skulptur gelang mit Unter­stützung der Kulturstiftung der Länder, der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank Südwest eG und der Ludwig Stiftung.

Venets Skulptur „224.5° Arc x 5 et 225° Arc x 5“ verwandelt seit Anfang April das Koblenzer Muse­ums­ufer in eine eindrucksvolle Kulisse aus Skulptur und Stadt­landschaft im spa­nnungsvollen Dialog mit dem historischen Monumentaldenkmal des „Deutschen Ecks“. Venet gelang mit seinem bevorzugten Material Stahl in mehreren ge­schwung­enen, nach oben offenen Bögen eine Symbiose aus scheinbar massiver, unverrück­barer Skulptur und trotzdem visueller Leichtigkeit im schwe­benden Eindruck des Werks.

Bernar Venet (*1941), zunächst der Minimal und Concept Art zugewandt, schuf in den 1960er Jahren Bilder aus Teer und beschäftigte sich intensiv mit mathemati­schen Formeln, die er als Bildmotive verwendete. Nach einigen Jahren als Do­zent für Kunsttheorie an der Pariser Sorbonne, entstanden seit den 1980er Jahren dann auch Stahlskulpturen von imposanter Größe und Materialität mit Geraden, Winkeln und schließlich den angeschnittenen Kreissegmenten, die Venets inter­nationalen künstlerischen Ruf festigten. Venet interessierte in der Folge besonders die Installation von Kunst­werken im öffentlichen Raum und das spannungsreiche Zusammenwirken seiner Skulpturen mit dem umgebenden Stadtraum oder der Landschaft. Oftmals gelangen ihm dabei überraschende Inszenierungen seiner Werke. Venet plant derzeit eine großangelegte Installation im Park von Versailles, im vergangenen Jahr weihte Frankreichs Staatspräsident Sarkozy die Skulptur „Nine Straight Lines“ des Künstlers in Anglais am Strand von Nizza ein.