Erwerbungsförderung

Grosse Kunst

Das Kunstmuseum Bonn erwirbt eine spektakuläre Außenarbeit von Katharina Grosse. Die Kulturstiftung der Länder unterstützte den Ankauf.

Mit Spray-Pistole und Hochdruckkompressor hat die deutsche Künstlerin Katharina Grosse in den letzten Jahren die Grenzen zwischen Malerei, Skulptur und Architektur aufgebrochen. Neben Arbeiten auf traditioneller Leinwand sprayt und malt Katharina Grosse in ihren großangelegten Werken über Wände und Decken, Böden und Fassaden, integriert Gegenstände wie Möbel, Steine oder auch Erde und Sand in ihre Werke. Grosse überwindet die histori­schen Gegensätze von abstrakt und gegenständlich, von Räumlichkeit und Flächig­keit. Der intensive Farbrausch der skulpturalen und gleichzeitig gemalten Objekte und Installationen zieht die Betrachter, die gleichsam Teil ihrer Werke werden, in den Bann; immer wieder hat Grosse auch die Innenräume verlassen und ihre Grenzgänge zwischen Malerei und Skulptur in Außenräumen gezeigt. Für das Kunstmuseum Bonn entwickelte Katharina Grosse in den vergangenen zwei Jahren die spektakuläre Außenarbeit „IN SEVEN DAYS TIME“, eine sieben Meter hohe und zwanzig Meter lange, nach außen gewölbte, bemalte Scheibe in Scherben­form aus Fiberglas, die die Künstlerin derzeit an der zentralen Längswand des Museums installiert. Der Ankauf des Werks durch das Museum wurde von der Kulturstiftung der Länder, dem Ministerium für Familie, Kinder, Ju­gend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kunststiftung Nordrhein-Westfa­len und der August-Kaiser-Stiftung, Bonn, unterstützt.

Für das Kunstmuseum Bonn, das bereits mehrere Gouachen und große Arbeiten Katharina Grosses in den vergangenen Jahren erwerben konnte und einige Dauer­leihgaben aus Privatbesitz zeigt, ergibt sich damit die einmalige Gelegenheit, ein mehrdimensionales Werk der Künstlerin zu erwerben, das mit der Architektur Axel Schultes’ in einen spannungsvollen Dialog tritt und damit auch zum weithin sicht­baren Signet des Bonner Kunstmuseums wird. Grosses Werk changiert in einem weiten Assoziationsbogen zwischen neuzeitlichem Straßen-Graffiti und der Fresko­malerei der italienischen Renaissance.

Katharina Grosse (*1961) hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten der Malerei eine aufregende und einzigartige Position hinzugefügt. International sorgten ihre Arbeiten für Aufsehen u. a. in Einzelausstellungen in Stockholm, Porto und Kopenhagen, vielbeachtet war ihre Aus­stellung in der Temporären Kunsthalle Berlin im Jahr 2009; noch bis Ende Oktober 2011 zeigt derzeit das MASS MoCA, Massachusetts, Werke der Künstlerin. Katharina Grosse lehrte von 2000 bis 2010 als Professorin an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee, seit Oktober 2010 hat sie eine Professur an der Kunstakademie Düsseldorf inne, an der sie auch selbst studierte.

Pressekonferenz/Fototermin: Mittwoch, 25. Mai 2011, 11 Uhr, Kunstmuseum Bonn; 19 Uhr festliche Präsentation des Werks