Wirkungsstudie

Bilanz zu 10 Jahren Bildungsinitiative

Eine Studie untersucht die Langzeitwirkung des bundesweiten Wettbewerbs „Schulen kooperieren mit Kultur“.

Inszenieren, musizieren, schauspielern, schreiben oder fotografieren – seit 10 Jahren möchte die Bildungsinitiative Kinder zum Olymp! Schüler für Kultur begeistern und Freude an kreativen Aktivitäten wecken. Mit ihrem bundesweiten Wettbewerb „Schulen kooperieren mit Kultur“, den die Kulturstiftung der Länder seit 2004 mit Unterstützung der Deutsche Bank Stiftung jährlich auslobt, prämiert sie innovative Kooperationsprojekte zwischen Schulen, Künstlern und Kultureinrichtungen. Für Schüler, Lehrer und Kulturschaffende ist es ein besonders gelungener Abschluss ihrer Projekte, einen der begehrten Preise zu gewinnen. Und viele der beteiligten Schüler – die sich auf eine spannende kulturelle Entdeckungsreise begeben – bleiben künstlerisch aktiv, wie eine aktuelle Studie zum Wettbewerb zeigt. „Unsere Lehrerin hat uns nicht nur diesen Wettbewerb vor Augen geführt, sondern hat un s gezeigt, dass wir Spaß haben und zugleich etwas lernen und fürs Leben mitbekommen können“, sagt der 15-jährige Tarkan aus Hannover – ein Erlebnis, das sicher viele der insgesamt 301.000 Wettbewerbsteilnehmer unter anderem aus Grund- und Hauptschulen, Gymnasien sowie Gesamt- und Förderschulen teilen. Welche Impulse die künstlerischen Erfahrungen bei den Schülern entfalten, beleuchtet nun die aktuelle Evaluation „Wirkung von Wettbewerben auf kulturelle Bildungsbiografien am Beispiel von Kinder zum Olymp!“. Professor Dr. Susanne Keuchel stellt die Studie erstmals auf dem Symposium „QuerGänge“ in Berlin vor.

Ästhetische Bildung in der Schule wirkt: Die von der Kulturstiftung der Länder und der Deutsche Bank Stiftung beauftragte Untersuchung weist anhand umfangreicher Befragungen nach, dass in Wettbewerbsprojekten mitwirkende Schüler doppelt so oft ins Theater gehen und fast dreimal so häufig Bibliotheken sowie Opernaufführungen besuchen wie Gleichaltrige im bundesweiten Durchschnitt. Die Kinder und Jugendlichen nutzen aber nicht nur öfter klassische Kulturangebote, sondern greifen vielfach selbst zu Pinsel, Stift, Instrument oder Kamera. Jeder fünfte Teilnehmer gibt an, noch heute ein durch ein kulturelles Kooperationsprojekt angeregtes kreatives Hobby auszuüben: ein Ergebnis des Wettbewerbs „Schulen kooperieren mit Kultur“, der die Kinder stärker als im üblichen Schulunterricht für Kultur interessieren hilft, sie ihre Kreativität entdecken lässt und zu eigenen künstlerischen Leistungen anspornt. Zudem kräftigten sich bei knapp zwei Dritteln der Teilnehmer durch den Kontakt mit Kultur und das eigene schöpferische Gestalten laut eigener Aussage das Selbstbewusstsein und die sozialen Kompetenzen: Die Studie vom Zentrum für Kulturforschung weist somit nach, dass sich auch diese erwünschten Transfereffekte, die in den letzten Jahren bei kulturellen Bildungsprojekten im Mittelpunkt standen, durch die direkte Förderung künstlerischer Kompetenzen einstellen. In den zehn Kinder zum Olymp!-Wettbewerbsjahren gingen insgesamt 340.000 Euro Preisgelder an über 300 Gewinnerprojekte in allen Bundesländern – und auch in diesem Jahr werden wieder die besten Kooperationen zwischen Schulen, Künstlern und Kultureinrichtungen ausgezeichnet: 665 allgemeinbildende Schulen mit ambitionierten Projekten aus den acht Sparten Bildende Kunst/Architektur/ Kulturgeschichte, Musik, Musiktheater, Film/Fotografie/Neue Medien, Tanz, Theater, Literatur und Kulturelles Schulprofil gehen ins Rennen um die begehrten Auszeichnungen von Kinder zum Olymp!.